Mobiles Arbeiten und insbesondere das Arbeiten im Homeoffice kann gerade Beschäftigte mit Familienpflichten unterstützen, berufliche Belange und private Anforderungen besser miteinander zu vereinbaren. In der öffentlichen Diskussion werden häufig die Vorteile der räumlichen Flexibilität für die Beschäftigten hervorgehoben und es stellt sich die Frage, warum nicht mehr Beschäftigte im Homeoffice arbeiten (können) (Brenke, 2016, 95). Der Hauptgrund ist nach wie vor, dass viele Tätigkeiten eine Verlagerung des Arbeitsorts nicht zulassen, wie beispielsweise in der Kranken- und Altenpflege, im Einzelhandel oder in der maschinellen Fertigung. Die Art der Tätigkeit ist damit bei Weitem der häufigste Hinderungsgrund für eine stärkere Verbreitung vonHomeoffice – darin sind sich Beschäftigte und Betriebe einig (Grunau et al., 2019, 6).

Einen deutlichen Trend findet man hingegen in der Arbeitszeitflexibilität: Bereits seit den 1980er Jahren ist das Thema in den Vordergrund der arbeitsmarktpolitischen Debatte gerückt. Der Ausgleich von betrieblichen Flexibilitätsanforderungen und Wünschen der Beschäftigten nach Arbeitszeitsouveränität stellt dabei eine zunehmend anspruchsvolle Koordinationsaufgabe dar (Hüther, 2017). So nahm der Anteil der Unternehmen zuletzt erneut zu, die mit ihren Beschäftigten Arbeitszeiten individuell vereinbaren oder ihnen Flexibilität in der Lage und Verteilung der Arbeitszeit ermöglichen – beispielsweise durch flexible Tages- oder Wochenarbeitszeiten (BMFSFJ, 2019). Damit schaffen die Unternehmen mehr zeitliche Flexibilität, die Beschäftigte für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf nutzen können. Daran anschließend stellt sich die Frage, ob räumliche und zeitliche Flexibilität von den Beschäftigten am Ende auch genutzt werden, das heißt ob anfallende Arbeitsaufgaben außerhalb der eigenen Betriebsstätte, zum Beispiel im Homeoffice, oder außerhalb üblicher Geschäftszeiten erledigt werden.

Verzahnung oder klare Trennung – Präferenzen sind unterschiedlich

Eine Auswertung auf Basis der IW-Beschäftigtenbefragung 2018 zeigt, dass die Vorstellungen, wie sich Beruf und Familie am besten miteinander vereinbaren lassen, unterschiedlich ausfallen. Während 22,3 Prozent (eher) eine enge Verzahnung beider Bereiche wünschen, präferiert knapp die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland eine (eher) klare Trennung. Rund 30 Prozent der Befragten sind unentschieden (Abbildung).