Engpässe bei beruflich und akademisch qualifizierten Fachkräften haben sich inzwischen auf viele Berufe und Regionen ausgebreitet. Aktuell sind bereits zwei Drittel aller offenen Stellen für qualifiziertes Personal nur schwer zu besetzen (Burstedde/Risius, 2017). Kleine Unternehmen sind besonders stark betroffen und müssen fast jede dritte Personalsuche erfolglos abbrechen (Bossler et al., 2017). Mit den Fachkräfteengpässen gehen längere Zeiträume bis zur Besetzung offener Stellen einher. Unternehmen planen inzwischen mit einer durchschnittlichen Besetzungsdauer von 59 Tagen (IAB, 2017). Das sind 11 Tage mehr als noch 2010. Die Vakanzdauer, also die Zeit zwischen gewünschter und tatsächlicher Besetzung einer Stelle, stieg dennoch von 22 auf 24 Tage. Unternehmen haben demnach ihre Personalsuche bereits an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Allerdings ist die Zeit bis zur tatsächlichen Stellenbesetzung stärker gestiegen als der Planungshorizont der Unternehmen, und zwar um 13 Tage auf 82 Tage insgesamt. Unternehmen müssen somit für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter noch mehr Zeit einplanen als bisher.

Personalbedarf scheint heute kurzfristiger zu entstehen als früher. Im Jahresdurchschnitt 2011 waren noch 70 Prozent der Stellen sofort zu besetzen, zuletzt waren es 76 Prozent (IAB, 2017). Aufgrund der zunehmenden Fachkräfteengpässe wäre eigentlich eine langfristigere Personalplanung sinnvoll. Die beobachtete Entwicklung könnte jedoch auch aus der guten wirtschaftlichen Lage und einer hohen Dynamik bei der Auftragslage resultieren. Die Beurteilung der Geschäftslage durch die Unternehmen hat sich seit Ende 2016 stark positiv entwickelt (ifo, 2017). Die Unternehmen können ihren Personalbedarf derzeit eventuell schlecht absehen; insbesondere kleine Unternehmen dürfte dies betreffen.