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IW-Analyse Nr. 120 19. Dezember 2017 Hagen Lesch / Sandra Vogel / Hannah Busshoff / Adam Giza Stärkung der Tarifbindung

Gewerkschaften fordern und Teile der Politik denken laut darüber nach, die abnehmende Reichweite von Tarifverträgen durch gesetzliche Regelungen zu bekämpfen. Doch die Politik sollte von Eingriffen in die Tarifautonomie absehen, insbesondere von Eingriffen, die Betriebe in eine Tarifbindung zwingen.

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Stärkung der Tarifbindung
IW-Analyse Nr. 120 19. Dezember 2017 Hagen Lesch / Sandra Vogel / Hannah Busshoff / Adam Giza

Stärkung der Tarifbindung

Hagen Lesch / Sandra Vogel / Hannah Busshoff / Adam Giza Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Gewerkschaften fordern und Teile der Politik denken laut darüber nach, die abnehmende Reichweite von Tarifverträgen durch gesetzliche Regelungen zu bekämpfen. Doch die Politik sollte von Eingriffen in die Tarifautonomie absehen, insbesondere von Eingriffen, die Betriebe in eine Tarifbindung zwingen.

Angesichts einer sinkenden Tarifbindung in Deutschland wird darüber diskutiert, wie sich diese wieder stärken lässt. Die Debatte unterscheidet allerdings nicht zwischen Tarifbindung und Tarifautonomie. Es dominiert die normativ geprägte Vorstellung, eine Stärkung der Tarifbindung sei notwendig, da sie automatisch auch zu einer Stärkung der Tarifautonomie führe. Dies ist weder juristisch nachvollziehbar, weil die negative Koalitionsfreiheit missachtet wird, noch ökonomisch. Außenseiterkonkurrenz ist der Garant für die Richtigkeit des Tarifvertrags. Daher bedingen positive und negative Koalitionsfreiheit einander. Es lässt sich weder theoretisch noch empirisch ableiten, welcher Tarifbindungsgrad optimal ist. Die empirische Forschung identifiziert zwar verschiedene Charakteristika, welche die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, ob ein Betrieb eine Tarifbindung wählt oder nicht. Hierbei handelt es sich aber vor allem um strukturelle Faktoren wie die Betriebsstruktur oder die Exportorientierung. Die eigentlichen Motive wurden bisher jedoch nicht hinreichend untersucht. Die Politik ist somit gut beraten, von Eingriffen in die Tarifautonomie abzusehen, insbesondere von Eingriffen, die Betriebe in eine Tarifbindung zwingen. Gleichzeitig stehen die Tarifparteien vor der Aufgabe, ihre Mitgliederbasis zu stärken und die Mitglieder vom deutschen Tarifsystem zu überzeugen.

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IW-Analyse Nr. 120 19. Dezember 2017 Hagen Lesch / Sandra Vogel / Hannah Busshoff / Adam Giza

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