Diese Einrichtung war dabei einerseits innovativ, anderseits aber auch mit Unsicherheiten verbunden:  Denn vor Beginn des Projektes im Jahr 2018 lagen noch keine (wissenschaftlich fundierten) didaktischen Konzepte vor, um die Lehr- und Lernpotenziale der Lernfabriken angemessen zu nutzen. Das Projekt LOK 4.0 setzte an diesem Ausgangspunkt an. Über zweieinhalb Jahre hinweg wurden die Entwicklungen bei der Implementierung der Lernfabriken betrachtet und dabei sowohl die betriebliche wie schulische Seite miteinbezogen.

Telefonische Interviews bei Ausbildungsbetrieben wie Schulen geben einen Einblick in Erwartungen zu Chancen und Herausforderungen und eine dadurch möglicherweise veränderte Lernortkooperation. In mehreren Workshops wurden diese vorrangig quantitativen Ergebnisse durch die Eindrücke von Ausbilderinnen und Ausbildern, Lehrpersonen aber auch Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft bereichert. Eine Besonderheit des Projektes stellen regionale Workshops dar, um Lernpartnerschaften zwischen Berufsschulen und örtlichen Unternehmen zu bilden. Eine Inhaltsanalyse von Unterrichtsentwürfen, aber auch eine modelhafte Betrachtung von Lernsituationen an vier verschiedenen beruflichen Schulen zeigen darüber hinaus auf, welche Fachinhalte angesprochen werden und welche didaktischen Herausforderungen gegenwärtig vorliegen Unterricht mit Unterstützung einer Lernfabrik zu gestalten.

Die Ergebnisse verdeutlichen über die spezifische Thematik Lernfabrik hinaus, welche Kompetenzen für eine zukünftige Ausbildung 4.0 in der gewerblichen Industrie aus Sicht der Praxis als notwendig erachtet werden.