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Christina Anger / Julia Betz Gutachten 7. Dezember 2022 Bildungspolitische Impulse für mehr Chancengleichheit an Schulen

Der Bildungsmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt, misst seit dem Jahr 2004, in welchen Handlungsfeldern der Bildungspolitik Fortschritte erzielt werden konnten. Bis zum Bildungsmonitor 2013 zeigten sich deutliche Verbesserungen in fast allen Handlungsfeldern.

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Bildungspolitische Impulse für mehr Chancengleichheit an Schulen
Christina Anger / Julia Betz Gutachten 7. Dezember 2022

Bildungspolitische Impulse für mehr Chancengleichheit an Schulen

Gutachten für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

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Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der Bildungsmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt, misst seit dem Jahr 2004, in welchen Handlungsfeldern der Bildungspolitik Fortschritte erzielt werden konnten. Bis zum Bildungsmonitor 2013 zeigten sich deutliche Verbesserungen in fast allen Handlungsfeldern.

Inzwischen zeigen sich jedoch in zentralen Handlungsfeldern wie der Schulqualität und der Integration zwischen dem Bildungsmonitor 2013 und dem Bildungsmonitor 2022 im Durchschnitt der 16 Bundesländer große Verschlechterungen. Auch langfristig ist davon auszugehen, dass sich die Ergebnisse in den Handlungsfeldern Schulqualität, Bildungsarmut und Integration weiter verschlechtern. Hierauf deutet aktuell der IQB-Bildungstrend über die Kompetenzen von Viertklässlerinnen und Viertklässlern hin. Im IQB-Bildungstrend 2021 wurden die Kompetenzen der Viertklässlerinnen und Viertklässler in Mathematik und Deutsch nach der Zeit der coronabedingten Schulschließungen erhoben. Es zeigt sich, dass sich die durchschnittlichen Kompetenzen im Lesen und in Mathematik in den letzten Jahren verschlechtert haben, dass sich der Anteil der Schülerinnen und Schüler, der die Mindeststandards erreicht hat, deutlich verringert hat und dass die soziale Selektivität der Bildungsergebnisse deutlich zugenommen hat. Einzelne Indikatoren der IQB-Bildungsberichte gehen auch in den INSM-Bildungsmonitor ein. Zum diesjährigen Veröffentlichungszeitpunkt im August standen diese Daten noch nicht zur Verfügung. Werden nun die aktuell vorliegenden Bundesländer-Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2021 in den Bildungsmonitor 2022 eingearbeitet, so zeigt sich, dass der Punktwert in allen Bundesländern sinkt. Der größte Rückgang ist in Berlin, dem Saarland und in Brandenburg zu verzeichnen. Damit sollte das Thema Sicherung bzw. Schaffung gleicher Bildungschancen in der Bildungspolitik die zentrale Priorität erhalten. Dem Schulsystem kommt dabei eine herausgehobene Rolle zu, es steht jedoch auch vor einer Vielzahl an Herausforderungen.

Zunächst lässt sich in den letzten Jahren in vielen Ländern eine Zunahme einer „intensiven Eltenschaft“ feststellen. Viele Eltern steigern ihre materiellen und immateriellen Investitionen, um ihren Kindern gute Startbedingungen und bestmögliche Zukunftschancen zu ermöglichen. Dabei verbringen die Eltern mehr Zeit mit der Kinderbetreuung, sie verbringen die Zeit intensiver mit den Kindern oder sie investieren mehr finanzielle Ressourcen in die Kinder. In Deutschland ist gegenwärtig der permissive Erziehungsstil vorherrschend, bei dem die Kinder freie Entscheidungen nach ihren natürlichen Neigungen treffen können. Dennoch hat es auch in Deutschland teilweise in den letzten Jahren eine Intensivierung der Elternschaft gegeben. Die Zeit, die sowohl Mütter als auch Väter für die Betreuung ihrer Kinder aufwenden, hat zugenommen. Die Zeit- und Bildungsressourcen sind jedoch bei besser gebildeten Eltern stärker vorhanden. Eltern mit einem akademischen Hintergrund unterstützen beispielsweise ihre Kinder öfter bei den Schulaufgaben, auch unabhängig von den eigentlichen Kompetenzen. Damit stellt die Familie eine erste Quelle der Ungleichheit hinsichtlich des Bildungserfolgs der Kinder dar, denn es ist nicht allen Eltern in gleichem Umfang möglich, ihre Kinder bestmöglich zu fördern. Das Schulsystem sieht sich somit damit konfrontiert, dass die Kinder aufgrund ihrer unterschiedlichen Förderung in den Familien mit unterschiedlichen Leistungsständen in die Schule eintreten und auch während ihrer Schullaufbahn unterschiedlich stark durch ihre Familien unterstützt werden. Diese Herausforderung hat sich durch die Corona-Pandemie noch einmal verschärft. So haben Kinder aus Akademikerhaushalten nach den coronabedingten Schulschließungen häufiger an entsprechenden Fördermaßnahmen zum Nachholen des Schulstoffs teilgenommen als Kinder aus Nicht-Akademikerhaushalten.

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