Die Ausbildung und Beschäftigung von MINT-Fachkräften, MINT-Spezialistinnen und -Spezialisten sowie MINT-Expertinnen und -Experten ist zentral für die Innovationskraft Deutschlands. Studien belegen, dass Regionen mit hohem MINT-Beschäftigtenanteil langfristig innovativer und wirtschaftlich erfolgreicher sind.
MINT-Herbstreport 2025: MINT-Zuwanderung über die Hochschulen
Gutachten für BDA, Gesamtmetall und MINT Zukunft schaffen
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die Ausbildung und Beschäftigung von MINT-Fachkräften, MINT-Spezialistinnen und -Spezialisten sowie MINT-Expertinnen und -Experten ist zentral für die Innovationskraft Deutschlands. Studien belegen, dass Regionen mit hohem MINT-Beschäftigtenanteil langfristig innovativer und wirtschaftlich erfolgreicher sind.
Innovierende Unternehmen sehen sich auch häufiger gut aufgestellt in Bezug auf zukunftsrelevante Herausforderungen wie Klimaschutz, Energiewende und Digitalisierung, wie Ergebnisse einer IW-Befragung zeigen. Die Ergebnisse der IW-Befragung zeigen weiterhin, dass der Bedarf an MINT-Arbeitskräften in den kommenden Jahren steigen wird, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung klimafreundlicher Produkte und Technologien (siehe Ausführungen im MINT-Herbstreport 2024).
Im Studienjahr 2024/2025 zählt das Statistische Bundesamt 186.125 MINT-Studienanfängerinnen und -anfänger an deutschen Hochschulen. Dies bedeutet eine leichte Verbesserung im Vergleich zu den vergangenen vier Jahren, bleibt jedoch weiterhin hinter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit zurück. Vor zehn Jahren, im Studienjahr 2014/2015, lag die Zahl der MINT-Studienanfängerinnen und -anfänger bei 194.552 (Statistisches Bundesamt, 2025).
Internationale Vergleichsstudien wie PISA zeigen negative Trends im Sekundarbereich des deutschen Bildungssystem auf – auch bezogen auf die MINT-Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Dabei zeigt sich, dass insbesondere auch der Anteil der sogenannten Top-Performer in Mathematik, das heißt der Anteil besonders leistungsstarker Schülerinnen und Schüler, gesunken ist: Betrug dieser Anteil im Jahr 2012 noch 17,5 Prozent, ist er im Jahr 2022 auf 8,6 Prozent gesunken (Lewalter et al., 2023). Der aktuelle IQB-Bildungstrend bestätigt den Befund sinkender MINT-Kompetenzen (Stanat et al., 2025).
Internationale Studierende in MINT-Fächern nehmen stark zu
Um das Angebot an qualifizierten (MINT-)Arbeitskräften auch in Zukunft sicherzustellen, gewinnt ein Faktor seit den 2010er-Jahren zunehmend an Bedeutung: Die Zuwanderung von Akademikerinnen und Akademikern über die Hochschule (Geis-Thöne et al., 2025). Die Zahl internationaler Studierender an deutschen Hochschulen hat in den vergangenen Jahren insgesamt, insbesondere aber in MINT-Fächern, deutlich zugenommen. Nach aktuellen Angaben des DZHW/DAAD (2025) liegt die Zahl internationaler Studierender an deutschen Hochschulen im Wintersemester 2023/2024 bei 379.939 – ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent.
Internationale Studierende sind dabei mit einem Anteil von 53,7 Prozent besonders häufig in MINT-Fächergruppen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) immatrikuliert. Studierten im Wintersemester 2017/2018 noch 131.000 internationale Studierende mit Abschlussabsicht in MINT-Fächern, ist diese Zahl im Wintersemester 2022/2023 auf 189.000 angestiegen (DZHW/DAAD, 2024). Eine Erhebung des DAAD (2025) zeigt zudem, dass für fast drei Viertel der internationalen Studierenden Deutschland als Gastland die erste Wahl war.
Viele Studierende aus Drittstaaten haben hohe Bleibeabsicht
Eine deutliche Mehrheit der internationalen Studierenden strebt einen Abschluss in Deutschland an. Dieser Anteil hat im Zeitverlauf weiter zugenommen. Strebten im Wintersemester 2013/2014 bereits 88 Prozent der internationalen Studierenden einen Hochschulabschluss in Deutschland an, liegt dieser Anteil im Wintersemester 2023/2024 mit 93 Prozent nochmals höher. Lediglich 7 Prozent der internationalen Studierenden sind im Wintersemester 2023/2024 Gast- oder Austauschstudierende (DZHW/DAAD, 2025).
Rund die Hälfte der internationalen Studierenden strebt an, längerfristig, das heißt für mehr als drei Jahre, in Deutschland berufstätig zu bleiben. Mit einem Zustimmungsanteil von 27 Prozent sind die attraktiven beruflichen Möglichkeiten einer der Hauptgründe, weshalb sich internationale Studierende für ein Studium in Deutschland entscheiden (DAAD, 2025). Mit Blick auf die Herkunftsregionen zeigt sich, dass die internationalen Studierenden im Wintersemester 2023/2024 zu einem großen Teil aus Asien und dem Pazifikraum kommen (32,9 Prozent), gefolgt von Nordafrika und Nahost (19,3 Prozent). Auf Länderebene erweist sich Indien als Herkunftsland mit dem höchsten Anteil internationaler Studierender an deutschen Hochschulen (12,9 Prozent) (DAAD, 2025). Damit kommen viele internationale Studierende mit hoher Bleibeabsicht aus demografiestarken Drittstaaten – niedrige Bleibeabsichten weisen eher Studierende aus den Nachbarländern Deutschlands auf. Der Anteil internationaler Studierender aus demografiestarken Drittländern ist in den MINT-Fächern besonders hoch.
Der Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung zeigt, dass die Politik gewillt ist, das Thema der qualifizierten Zuwanderung vor dem Hintergrund der Fachkräftesicherung zu stärken. Dazu sollen vor allem bürokratische Hürden abgebaut und Prozesse durch Digitalisierung effizienter und einfacher gestaltet werden. Im Rahmen dessen wird im Koalitionsvertrag explizit auch Bezug auf internationale Studierende genommen, die durch entsprechende Maßnahmen nach ihrem Studienabschluss zur beruflichen Tätigkeit und zum Verbleib in Deutschland bewegt werden sollen.
MINT-Herbstreport 2025: MINT-Zuwanderung über die Hochschulen
Gutachten für BDA, Gesamtmetall und MINT Zukunft schaffen
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
MINT-Herbstreport 2025 – Arbeitsmarktbericht
MINT-Herbstreport 2025 – MINT-Meter
MLP Studentenwohnreport 2025
Nach sehr starken Mietpreissteigerungen in den letzten Jahren fiel das Mietwachstum an den Hochschulstandorten im Durchschnitt zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie moderater aus. Diese scheinbare Verschnaufpause bedeutet aber keine Entwarnung.
IW
Internationale Studierende sind auf Wohnheimplätze angewiesen
Insbesondere bei einer Einreise kurz vor Studienbeginn ist es für internationale Studierende sehr schwer, am freien Wohnungsmarkt passenden studiengerechten Wohnraum zu finden. So lebten im Jahr 2021 rund 46,2 Prozent von ihnen, aber nur 13,1 Prozent der ...
IW