1. Home
  2. Studien
  3. Braucht die EU neue Eigenmittel?
IW-Report Nr. 3 19. Januar 2022 Berthold Busch / Björn Kauder Braucht die EU neue Eigenmittel?

Die Europäische Union wird sich für die Finanzierung des Next-Generation-EU-Programms im großen Umfang verschulden. Die Tilgung dieser Schulden soll bis in das Jahr 2058 andauern. Im Zusammenhang mit dem Eigenmittelbeschluss für die Jahre 2021 bis 2027 wurde vereinbart, neue Eigenmittelkategorien einzuführen, die für die Rückzahlung der am Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel eingesetzt werden sollen.

PDF herunterladen
Braucht die EU neue Eigenmittel?
IW-Report Nr. 3 19. Januar 2022 Berthold Busch / Björn Kauder

Braucht die EU neue Eigenmittel?

Berthold Busch / Björn Kauder Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Europäische Union wird sich für die Finanzierung des Next-Generation-EU-Programms im großen Umfang verschulden. Die Tilgung dieser Schulden soll bis in das Jahr 2058 andauern. Im Zusammenhang mit dem Eigenmittelbeschluss für die Jahre 2021 bis 2027 wurde vereinbart, neue Eigenmittelkategorien einzuführen, die für die Rückzahlung der am Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel eingesetzt werden sollen.

Dazu zählen Eigenmittel auf der Grundlage eines CO2-Grenzausgleichssystems und einer Digitalabgabe sowie Eigenmittel auf der Grundlage des EU-Emissionshandelssystems, wobei auch eine Ausweitung des Systems auf den Luft- und Seeverkehr in Rede steht. Darüber hinaus wurde in dem Fahrplan festgehalten, dass die Kommission nach einer Folgenabschätzung weitere Eigenmittel – möglichst bis Juni 2024 – vorschlagen wird: eine Finanztransaktionssteuer sowie einen „finanziellen Beitrag im Zusammenhang mit dem Unternehmenssektor oder eine neue gemeinsame Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage“. Bereits eingeführt wurde mit dem neuen Eigenmittelbeschluss eine Kunststoffabgabe als neue Finanzierungsquelle des EU-Haushalts. Theoretische Überlegungen zeigen, dass Einnahmen aus einigen der diskutierten neuen Eigenmittel durchaus der EU-Ebene zugestanden werden können. Die Schaffung neuer Eigenmittel führt allerdings zu Verteilungswirkungen, wie am Beispiel der Kunststoffabgabe gezeigt wird. Trotz der theoretischen Eignung einiger neuer Eigenmittel ist zu berücksichtigen, dass Eigenmittel auf der Grundlage des Bruttonationaleinkommens – die derzeit zu mehr als 70 Prozent den EU-Haushalt finanzieren – nach überwiegender Meinung die am besten geeignete Einnahmequelle für den EU-Haushalt sind. Sie können als ein umfassender Maßstab für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mitgliedstaaten angesehen werden.

PDF herunterladen
Braucht die EU neue Eigenmittel?
IW-Report Nr. 3 19. Januar 2022 Berthold Busch / Björn Kauder

Braucht die EU neue Eigenmittel?

Berthold Busch / Björn Kauder Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Der Euro als Leitwährung
Gastbeitrag 4. September 2026 Michael Hüther im SZ Dossier

Der Euro als Leitwährung

Den Euro als globale Leitwährung zu positionieren, ist in der aktuellen Situation ein strategisches Projekt von neuer Relevanz. Worauf es dabei ankommt, beschreibt IW-Direktor Michael Hüther in einem Gastbeitrag im SZ Dossier.

Michael Hüther im SZ Dossier IW

Artikel lesen
IW-Report Nr. 37 27. August 2026 Michael Hüther et al.

Der Euro als internationale Leitwährung

Die internationale Währungsordnung befindet sich in einer Phase des strukturellen Umbruchs, die durch geopolitische Spannungen, handelspolitische Fragmentierung und nationale Selbstgenügsamkeit der USA geprägt ist.

Michael Hüther / Markus Demary/ Melinda Fremerey / Simon Gerards Iglesias IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880