1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Kirchensteuer: 800 Millionen Euro weniger Einnahmen durch Corona-Krise
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: Blacky-Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Tobias Hentze Pressemitteilung 30. März 2021

Kirchensteuer: 800 Millionen Euro weniger Einnahmen durch Corona-Krise

Corona hat die Kirchen hart getroffen: 2020 schrumpften deren Einnahmen aus der Kirchensteuer um rund 800 Millionen Euro. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Doch die Konjunktur wird sich bald erholen – der demografische Wandel und der Mitgliederschwund sind langfristig das größere Problem.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Nicht nur die Staatskassen leiden unter der Corona-Pandemie, auch die evangelische und die katholische Kirche nahmen deutlich weniger Geld ein. Mit 11,9 Milliarden Euro waren die Einnahmen 2020 um rund 800 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr – ein Minus von rund sechs Prozent. 

Die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer ist die Lohn- und Einkommensteuer. Da Bund und Länder 2020 deutlich weniger Steuern eingenommen haben als vor der Krise, brachen auch die Kirchensteuereinnahmen ein. Der Rückgang wiegt für die Kirchen schwer, da sie nicht so einfach wie der Staat an günstige Kredite kommen, sondern nun ihre Rücklagen anbrechen müssen. 

Vorkrisenniveau frühestens 2022 

Wenn sich die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte erholt, sind die Kirchensteuereinnahmen 2022 so hoch wie vor der Krise, kaufkraftbereinigt aber erst 2025. In den vergangenen zehn Jahren waren die Einnahmen der Kirche kontinuierlich gestiegen. Gründe waren der Beschäftigungsaufbau und die Steuerprogression. 

Obwohl sich die Steuereinnahmen kurzfristig erholen werden, steht die Kirche langfristig unter Druck. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Kirchenmitglieder um ein Fünftel auf rund 43 Millionen Menschen gesunken.  

Steuerbedarf verteilt sich auf weniger Schultern

Auch der demografische Wandel belastet die Kirche. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den nächsten Jahren in Rente und zahlen weniger Steuern. Wie bei der Einkommenssteuer müssen also weniger Menschen den Steuerbedarf decken.

„Die Kirche steht in den kommenden Jahrzehnten vor einer großen Herausforderung“, sagt IW-Steuerexperte Tobias Hentze. „Sie muss einen Weg finden, ihre Einnahmen trotz des demografischen Wandels und sinkender Mitgliederzahlen zu sichern und gleichzeitig ihre Ausgaben kritisch überprüfen.“
 

Datei herunterladen
11. März 2021

Tobias Hentze: Kirchensteuereinnahmen – Erholung in Sicht

IW-Kurzbericht

Datei herunterladen

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
How to combine business and ethics
Dominik Enste / Julia Wildner / Lucia Nafziger IW-Report Nr. 1 1. Januar 2021

Going green with behavioural economics: How to combine business and ethics

This paper calls for an increased discourse between Fridays for Future and representatives of business. Fridays for Future play a key role in educating the public and raising awareness of scientific reports, such as the Intergovernmental Panel on Climate ...

IW

Artikel lesen
Dominik Enste auf stern.de Interview 3. November 2020

„Der Schutz des Lebens, koste es, was es wolle, ist weder sinnvoll noch möglich“

Der Teil-Lockdown im November wird von vielen Experten begrüßt. IW-Wirtschaftsethiker Dominik Enste hält die Maßnahmen dagegen für problematisch. Im Interview mit dem Stern erklärt er, warum er pauschale Verbote für falsch hält und welche Alternativen er ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880