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public housing in Berlin during sunset (© Getty Images)
Pressemitteilung 29. Dezember 2022 Ralph Henger / Jan Felix Engler

Wohngeld: Reibungsloser Start ausgeschlossen

Zum 1. Januar tritt die große Wohngeldreform in Kraft. Experten rechnen mit einer Antragsflut. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mithilfe von Textkernel zeigt: In den Ämtern fehlen hunderte Stellen – Stau vorprogrammiert.

Zum neuen Jahr gibt es für Wohngeldempfänger eine späte Bescherung: Im Januar tritt eine umfassende Reform in Kraft, nach der nicht nur Miete und kalte Nebenkosten, sondern auch die Heizkosten bezuschusst werden. Jetzige Wohngeldhaushalte können im Schnitt mit einer Verdopplung ihrer Bezüge um 190 Euro auf 370 Euro rechnen. Außerdem werden anstatt 600.000 nun zwei Millionen Haushalte wohngeldberechtigt sein, weil die Einkommensgrenzen steigen.

Behörden sind nicht gewappnet

Für die einen gibt es mehr Geld, für die anderen mehr Arbeit. Wegen der enormen Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten, rechnen Behörden aktuell mit einer Antragsflut. In großem Umfang suchen die Behörden nun neue Mitarbeiter, um die große Nachfrage zu bewältigen. Mithilfe von Textkernel hat das IW ausgewertet, wie groß der Anwerbeversuch bundesweit ist: Während von Oktober bis Mitte Dezember 2021 rund 118 Stellen ausgeschrieben worden, waren es in diesem Jahr mit 857 gut siebenmal so viele. Aufgrund des Fachkräftemangels ist zu befürchten, dass viele Stellen nicht schnell besetzt werden können.

Bearbeitungsstau droht

Die ohnehin schon lange Bearbeitungszeit von zwei bis acht Wochen – nach WDR-Recherchen sind es in jeder fünften Kommune länger als zwei Monate – dürfte 2023 noch länger werden. Etliche Haushalte profitieren von der wichtigen Reform also erst im März oder April. Im schlimmsten Fall führt das für die Betroffenen zu finanziellen Engpässen. “Die Ampel hat in großer Geschwindigkeit eine wichtige Reform beschlossen”, sagt IW-Experte Ralph Henger. “Leider wird eine schnelle Auszahlung aus verschiedenen Gründen ausgebremst: Dazu zählen die verschleppte Digitalisierung der Wohngeldstellen, die teilweise unnötig komplexen Antragsverfahren und das Problem der Kommunen, neue Verwaltungsstellen zu besetzen.“ 

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Personalmangel und lange Bearbeitungszeiten in den Wohngeldstellen
IW-Kurzbericht Nr. 105 29. Dezember 2022 Ralph Henger / Jan Felix Engler

Personalmangel und lange Bearbeitungszeiten in den Wohngeldstellen

Ralph Henger / Jan Felix Engler Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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