1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. IW-Verbandsumfrage: Miserable Lage, düsterer Ausblick
Zeige Bild in Lightbox
Mit höheren Zinsen passiert auf vielen Baustellen nicht mehr viel – oder sie entstehen erst gar nicht. (© Foto: GettyImages)
Michael Grömling Pressemitteilung 27. Dezember 2023

IW-Verbandsumfrage: Miserable Lage, düsterer Ausblick

Zum Jahreswechsel befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell deutsche Branchenverbände nach der aktuellen Geschäftslage und ihrem Blick auf das neue Jahr. Selten war die Lage so düster wie derzeit, und selten war die Prognose so pessimistisch.

Die deutschen Unternehmen haben schwierige Jahre hinter sich: Erst legte die Pandemie die Wirtschaft lahm, dann trieb der Krieg in der Ukraine die Preise für Energie in die Höhe. Hinzu kommen etliche gewachsene Probleme wie der Fachkräftemangel und das Haushalts-Desaster. Die Folgen lassen sich in der diesjährigen Verbandsumfrage gut ablesen: 30 von 47 befragten Verbänden beschreiben die aktuelle Lage im Vergleich zum Vorjahr als schlechter. Elf sehen keine Veränderung, nur sechs beobachten eine Verbesserung. 

Die meisten Branchen sind pessimistisch

Sorgen macht auch der Ausblick: Gerade einmal neun Verbände rechnen damit, im kommenden Jahr mehr zu produzieren. 15 gehen davon aus, dass die Lage sich kaum verändern wird, die übrigen 23 Verbände sind pessimistisch und glauben, dass 2024 noch schlechter wird als dieses Jahr. Ähnliches zeigt sich auch bei der Frage nach Investitionen: Nur acht Verbände gehen davon aus, dass ihre Mitgliedsunternehmen mehr investieren, 22 rechnen mit einem Rückgang.

Mit einer wesentlichen Verschlechterung rechnen energieintensive Branchen: Dazu zählen beispielsweise Gießereien, die Keramische Industrie, die Lederindustrie sowie Unternehmen aus der Kunststoffverarbeitung. Letztere dürften auch unter der Plastik-Steuer leiden, mit der die Ampel das Haushaltsloch stopfen will. Pessimistisch sind zudem Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft, Banken, Sparkassen sowie die Bauindustrie und das Baugewerbe: Hohe Zinsen haben für viele den Traum vom Eigenheim platzen lassen.

Planungsunsicherheit lähmt die Wirtschaft

„Die deutsche Wirtschaft leidet flächendeckend darunter, dass sie nicht planen kann“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Die Ampel verspricht viel und hält wenig. Das Desaster um den Haushalt zeigt, wie gravierend die Lage ist.“ Eine Reform der Schuldenbremse wäre eine Chance, um kurz- und mittelfristig zumindest einige Unsicherheiten auszuräumen und den Unternehmen eine Perspektive für Investitionen am Standort Deutschland zu bieten. „Andernfalls werden wir in den nächsten Jahren verstärkt das beobachten, was schon begonnen hat: eine Deindustrialisierung und eine zunehmende Orientierung ins Ausland“, sagt Michael Hüther. 
 

PDF herunterladen
Keine Erholung in Sichtweite
Michael Grömling IW-Report Nr. 66 27. Dezember 2023

Ergebnisse der IW-Verbandsumfrage für 2024: Keine Erholung in Sichtweite

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Artikel lesen
„Wir brauchen mehr Mut und Klarheit”
Michael Hüther in der Rhein-Neckar-Zeitung Interview 28. Februar 2024

„Wir brauchen mehr Mut und Klarheit”

Im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung fordert IW-Direktor Michael Hüther von der Ampel mehr Verlässlichkeit und dass sie unternehmerische Schwierigkeiten ernster nehmen sollten.

IW

Artikel lesen
Thomas Obst im Deutschlandfunk DLF 26. Februar 2024

„Das Wachstumschancengesetz ist nicht der große Wurf”

Das Wachstumschancengesetz sollte eigentlich die Wirtschaft ankurbeln, doch das Paket ist nicht der große Wurf und würde die Investitionstätigkeit nur um rund 11 Milliarden Euro ankurbeln, sagt IW-Ökonom Thomas Obst im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880