1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Der Staat langt zu
Zeige Bild in Lightbox Der Staat langt zu
(© Foto: twinsterphoto/iStock)
Pressemitteilung Nr. 24 18. April 2017 Steuerbelastung

Der Staat langt zu

Jene 30 Prozent, die in Deutschland am meisten verdienen, zahlen rund zwei Drittel der Summe aus Einkommensteuer und Mehrwertsteuer, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die untere Einkommenshälfte trägt weniger als ein Fünftel zum Steueraufkommen bei. Insgesamt ist die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben hoch – auch bei durchschnittlichem Einkommen.

Immer wieder kommen Forderungen auf, hohe Gehälter stärker zu besteuern. Doch die oberen Einkommensschichten leisten bereits sehr hohe Abgaben – auch im Verhältnis zu ihrem Anteil am gesamten Einkommen. So erzielen die bestverdienenden 10 Prozent der Bevölkerung rund 27 Prozent des Einkommens, tragen aber mehr als 37 Prozent der Steuerlast. In der Berechnung berücksichtigten die IW-Ökonomen die beiden wichtigsten Steuerquellen: Einkommensteuer und Mehrwertsteuer.

Zusammen machen beide Steuerarten etwa zwei Drittel der öffentlichen Einnahmen in Deutschland aus. Während der Einkommensteuertarif progressiv ist – Besserverdienende also überproportional belastet –, wird der Konsum unabhängig vom Gehalt mit 19 beziehungsweise 7 Prozent besteuert. Untere Einkommensschichten sind deshalb besonders stark von der Mehrwertsteuer betroffen, wie die Studie zeigt: Erst ab einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 2.700 Euro im Monat übersteigt die Einkommensteuer die Mehrwertsteuerbelastung.

Generell ist die Belastung in Deutschland hoch: Bei einem Bruttoeinkommen von 2.000 Euro zahlen Alleinstehende 39 Prozent Steuern und Sozialabgaben, wenn die Mehrwertsteuer berücksichtigt wird. Ehepaare und Familien mit eher geringem Einkommen geben mehr als ein Drittel an den Staat ab. Insgesamt erzielt das Steuersystem jedoch die geplante Wirkung. „Starke Schultern tragen nicht nur bei der Einkommensteuer deutlich mehr als schwache – die gewünschte Umverteilung funktioniert also“, sagt IW-Finanzexperte Tobias Hentze.

Leider enthielt eine erste Version dieser Pressemitteilung fehlerhafte Zahlen im letzten Absatz. Diese haben wir korrigiert.

Datei herunterladen

Martin Beznoska / Tobias Hentze: Die Verteilung der Steuerlast in Deutschland

IW-Trends

Datei herunterladen

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Erbschaftsteuer vor Gericht: Die Folgen für Unternehmen
Audio 16. Oktober 2026 Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast

Erbschaftsteuer vor Gericht: Die Folgen für Unternehmen

Das Bundesverfassungsgericht prüft die steuerliche Begünstigung von Betriebsvermögen. IW-Direktor Michael Hüther und Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup diskutieren im Handelsblatt-Podcast „Economic Challenges“ über die Folgen einer Reform für Unternehmen.

Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast IW

Artikel lesen
IW-Report Nr. 42 14. Oktober 2026 Michael Hüther / Tobias Hentze

Erbschaftsteuer: Stellungnahme für das Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht hat über die Erbschaftsteuer verhandelt. Konkret ging es um die Begünstigung von Betriebsvermögen. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat sich mit einer Stellungnahme beteiligt. Die sieben wichtigsten Punkten finden Sie hier.

Michael Hüther / Tobias Hentze IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880