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Kleiner Kreis, großer Schreck: Im Landkreis Sonneberg ist es AfD-Politiker Robert Sesselmann gelungen, erster AfD-Landrat Deutschlands werden. (© Foto: GettyImages)
Pressemitteilung 10. September 2023 Knut Bergmann / Matthias Diermeier

AfD: Verbände sorgen sich mehr um Politik als um Wirtschaft

Ist die AfD ein Risiko für den Standort Deutschland, wie in den vergangenen Monaten viel diskutiert wurde? Dazu hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für eine neue Studie Hauptgeschäftsführer von Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden befragt. Deren Sorgen kreisen vor allem um die politische Kultur.

Vielfach wurde in Politik und Medien nach dem Sieg eines AfD-Kandidaten bei der Landratswahl im Kreis Sonneberg im Juni und dem Hoch der Partei in Umfragen diskutiert, ob sie ein Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland darstellt. Eine neue IW-Befragung unter den Hauptgeschäftsführern der großen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände ergab, dass die akuten betrieblichen Auswirkungen als relativ gering angesehen werden. Eine Ausnahme stellen die zunehmenden „Schwierigkeiten, in AfD-Hochburgen Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen“ dar, die von rund der Hälfte der Befragten wahrgenommen werden.

„Nicht regierungfähig“

Wesentlich größer schätzen die Verbände jedoch die langfristigen Risiken ein, dabei stehen besonders die Herausforderungen hinsichtlich einer konstruktiven politischen Kultur im Vordergrund: Mehr als 80 Prozent sehen hier die Gefahr negativer Auswirkungen. Noch mehr Befragte befürchten, dass die Bildung einer handlungsfähigen Regierung auf Landesebene erschwert werden könnte.
Negative wirtschaftliche Folgen, beispielsweise ein wachsender Fachkräftemangel, eine Abkehr vom Euro und Schäden für den Wirtschaftsstandort werden zwar auch als große Risiken bewertet – aber auf einem vergleichsweise niedrigeren Niveau. 

„Der direkte Einfluss auf die Wirtschaftspolitik wird auch perspektivisch als begrenzt eingeschätzt“, erklären Studienautoren Knut Bergmann und Matthias Diermeier den Befund. „Sollte die AfD jedoch an die heute noch weit entfernten Schalthebel der Macht gelangen, läuten die Alarmglocken: Sowohl im Bund als auch in den Ländern wird die Partei durchweg als nicht regierungsfähig angesehen.“ 

Zur Methodik: Das IW hat zwischen dem 9. und 30. August 2023 insgesamt 119 Hauptgeschäftsführer der zentralen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände Deutschlands befragt. Die Rücklaufquote betrug mit 54 validen Antworten 45 Prozent. 

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