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Gescheiterter Drohnenangriff am Flughafen Leipzig – hybride Angriffe nehmen zu (© getty editorial)
Pressemitteilung 5. September 2026 Simon Gerards Iglesias / Dan Muncaster

Jedes fünfte Unternehmen spürt starke Auswirkungen hybrider Angriffe

Fast 40 Prozent der Großunternehmen in Deutschland berichten von starken Auswirkungen hybrider Angriffe aus dem Ausland. Über alle Größenklassen hinweg ist es fast jedes fünfte Unternehmen, zeigt eine Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

39 Prozent der Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten berichten von starken oder sehr starken Auswirkungen hybrider Angriffe – von Desinformation und Spionage bis zu Sabotage und Cyberangriffen. Bei mittelgroßen Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten sind es 27 Prozent. Über alle Größen hinweg sind es 19 Prozent. Das zeigt eine Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen im IW-Zukunftspanel aus dem Sommer 2026.

Kritische Infrastruktur im Visier

Besonders betroffen sind Unternehmen an zentralen Versorgungspunkten. In der Informations- und Kommunikationswirtschaft meldet etwa jedes dritte Unternehmen hybride Angriffe, in der Energie- und Wasserversorgung gut jedes vierte. In der Industrie und bei wirtschaftsnahen Dienstleistern wie Laboren oder Unternehmensberatungen ist es fast jedes fünfte.

Das deutet auf einen Motivwechsel hin: Früher ging es den Angreifern meist um Geld. Sie beschafften sich Technologien, spähten Geschäftsgeheimnisse aus oder erpressten Unternehmen. Heute handeln die Akteure hingegen politisch. Dafür sprechen auch Zahlen aus einer Befragung des IT-Branchenverbands Bitkom: 46 Prozent der betroffenen Unternehmen verfolgten mindestens einen Angriff bis nach Russland oder China zurück.

Gegen staatliche Akteure muss der Bund vorgehen

Viele Unternehmen haben bereits Maßnahmen ergriffen, vor allem bei der IT-Sicherheit. Bei staatlichen Akteuren stoßen sie jedoch an ihre Grenzen. „Gegen die neue Gefahrenlage durch staatliche Akteure kann nur der Bund etwas ausrichten”, sagt IW-Experte Simon Gerards Iglesias. Das KRITIS-Dachgesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur sei ein erster Schritt. Es mache den Handlungsbedarf deutlich, bei Zuständigkeiten und konkreten Maßnahmen bliebe es aber vage. „Hybride Angriffe gefährden die Versorgung der Bevölkerung und kosten Unternehmen viel Geld. Der Bund muss stärker für die Abwehr und Aufklärung aufkommen und eng mit Ländern und Unternehmen zusammenarbeiten”, so der Ökonom.
 

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IW-Kurzbericht Nr. 60/2026
IW-Kurzbericht Nr. 60 5. September 2026 Simon Gerards Iglesias / Dan Muncaster / Edgar Schmitz

Hybride Bedrohungen treffen deutsche Unternehmen

Simon Gerards Iglesias / Dan Muncaster / Edgar Schmitz Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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