1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Vertrauen: Korruption schwächt Demokratien
Zeige Bild in Lightbox
Unter anderem in Rumänien ist Korruption weit verbreitet. Jeder vierte Bürger zahlt oft Bestechungsgelder. (© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Dominik Enste Pressemitteilung 13. November 2018

Vertrauen: Korruption schwächt Demokratien

Seit rund drei Jahrzehnten sind die ehemaligen Ostblock-Staaten demokratisch. Doch die Bürger verlieren zunehmend Vertrauen in das System, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Vor allem die grassierende Korruption macht Probleme.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Eigentlich ist die Rechnung einfach: Je länger Menschen in einer Demokratie leben, desto zufriedener sind sie mit dem System. Gleichzeitig nimmt ihre Vorliebe für die Marktwirtschaft zu. Dieser Zusammenhang galt lange Zeit auch in Osteuropa: Nach dem Fall der Mauer haben Staaten wie Polen, Rumänien und Ungarn stabile Demokratien aufgebaut, marktwirtschaftliche Reformen eingeführt und sich in die Europäische Union integriert.

Doch seit einigen Jahren ändert sich das Bild. Die Demokratien in einigen osteuropäischen Ländern stehen unter Druck, immer weniger Bürger unterstützen das System, Populisten steigen auf. Der Hauptgrund: die zunehmende Korruption. „Demokratien funktionieren nur, wenn die Bürger dem System und seinen Institutionen vertrauen. Korruption zerstört dieses Vertrauen“, erklärt Studienautor und IW-Experte Dominik Enste. Vor allem Korruptionserfahrungen bei alltäglichen Behördengängen haben demnach Einfluss auf die Zustimmung, zeigt die IW Studie.

So zahlt zum Beispiel rund jeder vierte Rumäne regelmäßig Bestechungsgelder auf Ämtern und Behörden. In Bulgarien sind es rund 15 Prozent der Bürger. Ungarn liegt bei rund 13 Prozent, Polen bei 8 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland macht weniger als ein Prozent der Bürger solche Erfahrungen. In der Folge nimmt die Zustimmung zur Demokratie in den östlichen Staaten seit Jahren kontinuierlich ab, um rund einen halben Prozentpunkt jährlich.

Während in Deutschland noch rund 95 Prozent der Bundesbürger hinter der Demokratie und ihren Institutionen stehen, sind nur noch 60 Prozent der Ungarn und Litauer vom demokratischen System überzeugt. In Polen und Rumänien ist es nur circa jeder zweite Bürger. In Bulgarien und der Slowakei sind die Werte noch niedriger. Populisten schlagen daraus politisches Kapital. „Nur wenn die Korruption wieder zurückgedrängt wird, werden die Bürger wieder fester hinter der Demokratie stehen und weniger anfällig für Populisten sein“, sagt Enste.

Inhaltselement mit der ID 5281 Inhaltselement mit der ID 5282
Datei herunterladen

Democratic Support and Corruption

IW-Report

Datei herunterladen

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Privater Konsum weiter auf Erholungskurs
Hubertus Bardt / Michael Grömling Pressemitteilung 12. Oktober 2021

Verbrauchervertrauen: Privater Konsum weiter auf Erholungskurs

Schon im vergangenen Quartal hat sich die Kauflaune der Deutschen vom Corona-Tief erholt. Jetzt zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dass das Verbrauchervertrauen weiter ansteigt. Günstige Kaufgelegenheiten, eine stabile ...

IW

Artikel lesen
Hubertus Bardt / Michael Grömling / Ilaria Maselli IW-Kurzbericht Nr. 76 12. Oktober 2021

Verbrauchervertrauen in Deutschland steigt weiter

Der Private Konsum in Deutschland ist und bleibt auf Erholungskurs. Die Konsumausfälle vom letzten Jahr werden zwar im Jahr 2021 nicht ausgebügelt, das TCB-IW-Verbrauchervertrauen ist aber auch im dritten Quartal 2021 weiter angestiegen und signalisiert ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880