1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Migration: Deutschland braucht mehr Zuwanderer aus Drittstaaten
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Wido Geis-Thöne IW-Nachricht 15. April 2019

Migration: Deutschland braucht mehr Zuwanderer aus Drittstaaten

Im Jahr 2018 sind deutlich weniger Ausländer nach Deutschland zugewandert als in den Vorjahren, zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Vor allem kamen weniger Bürger aus anderen EU-Staaten. Um die Fachkräftelücke zu schließen, muss Deutschland in den nächsten Jahren Zuwanderer aus Drittstaaten gewinnen. Dafür braucht es ein neues Einwanderungsrecht – und eine gezielte Ansprache für Fachkräfte.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Im Jahr 2018 sind rund 357.000 Ausländer mehr nach Deutschland zugewandert als das Land verlassen haben, zeigen aktuelle Zahlen des Ausländerzentralregisters. 2017 waren es mit 683.000 noch fast doppelt so viele. Einen ähnlich niedrigen Wert gab es zuletzt im Jahr 2011. Der Rückgang liegt vor allem an einer geringeren Zuwanderung aus den anderen EU-Ländern: So sind in den vergangenen Jahren vor allem Bulgaren, Kroaten, Polen, Rumänen und Ungarn eingewandert. Bei ihnen ist die Zahl von 268.000 auf 124.000 gesunken. Zu diesen Werten ist allerdings anzumerken, dass sie auch eine größere Zahl an Nacherfassungen im Ausländerzentralregister beinhalten und die tatsächliche Entwicklung deutlich überzeichnen.

Demografischer Wandel in Osteuropa

Die Entwicklung kommt nicht überraschend: Die Länder sind ebenso wie Deutschland vom demografischen Wandel betroffen. Zusammengenommen ist die Bevölkerung in Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien und Ungarn zwischen den Jahren 2012 und 2017 um rund 1,1 Millionen Menschen geschrumpft. Gerade einmal 290.000 Menschen sind abgewandert – der übrige Rückgang lässt sich damit erklären, dass mehr Menschen gestorben sind als geboren wurden. Die Zuwanderung aus EU-Staaten wird auf absehbare Zeit nur einen sehr kleinen Teil zum deutschen Fachkräfteproblem leisten können. 

Mehr Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern

Deshalb braucht es dringend ein neues Einwanderungsgesetz, das Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert. Immerhin gibt es hier schon Erfolge: 2018 besaßen 266.000 Menschen aus Nicht-EU-Ländern eine Arbeitserlaubnis, fast 50.000 mehr als noch im Jahr zuvor. Die meisten von ihnen kamen aus Westbalkanländern wie Albanien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. Da diese Länder allerdings auch vom demografischen Wandel betroffen sind, gibt es hier langfristig kaum Fachkräfte-Potenzial – anders als in Ländern außerhalb Europas. Auch hier gibt es Fortschritte: So besaßen 2018 rund 24.900 Inder eine Arbeitserlaubnis, 22 Prozent mehr als im Jahr davor. Um dem demografischen Wandel nachhaltig zu begegnen, muss Fachkräftezuwanderung aus solchen Ländern künftig noch stärker gefördert werden. Neben besseren Regeln ist dabei auch eine gezielte Ansprache zuwanderungsinteressierter Menschen wichtig – so wie sie das Online-Portal „Make it in Germany“ leistet.
 

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Eine Analyse der demografischen Strukturen in den 27 EU-Ländern
Wido Geis-Thöne IW-Report Nr. 38 14. Oktober 2021

In Europa entwickeln sich die Bevölkerungen im erwerbsfähigen Alter unterschiedlich

Gelingt es Deutschland in den nächsten Jahren nicht, in großem Maße Zuwanderer zu gewinnen, wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter stark zurückgehen. Ohne Migrationsbewegungen könnte die Zahl der 20- bis 64-Jährigen der europäischen ...

IW

Artikel lesen
Matthias Diermeier / Judith Niehues IW-Trends Nr. 3 15. September 2021

Parlamentarische Verfahrensakzeptanz im Licht individueller Problemwahrnehmung

Eine lebendige Demokratie lebt vom Ringen unterschiedlicher Anspruchsgruppen um die themenspezifische Meinungshoheit. Der institutionalisierte Prozess des Interessenausgleichs und des Anhörens gegenteiliger Standpunkte braucht jedoch Zeit. Die Akzeptanz eben ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880