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(© Foto: Ulrich Müller - Fotolia)
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Atypische Beschäftigung IW-Nachricht 19. August 2009

Sprungbrett statt Teufelszeug

Aktuell arbeiten hierzulande 22 Prozent der Arbeitnehmer für Zeitarbeitsfirmen, in Teilzeitjobs mit weniger als 20 Wochenstunden, in geringfügigen oder befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Laut Statistischem Bundesamt muss dabei fast jeder Zweite mit einem Niedriglohn auskommen. Zudem seien 14 Prozent dieser Beschäftigten von Armut bedroht – ein weit höherer Anteil als bei „normalen“ Angestellten und Arbeitern.

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Übersehen wird dabei aber, dass Zeitarbeit, Teilzeit- und Minijobs vielfach einen Zuverdienst für den Haushalt darstellen oder oftmals erst den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. So stellt etwa Zeitarbeit vielfach ein Sprungbrett dar. Denn durch wechselnde Einsätze in verschiedenen Kundenunternehmen kann ein Zeitarbeitnehmer in relativer kurzer Zeit vielfältige berufliche Erfahrungen sammeln. So wechselte jeder Vierte, der seine Zeitarbeitsfirma verließ, zu seinem letzten Kundenbetrieb; jedem Fünften gelang der Wechsel in ein anderes „Normalunternehmen“.

Diese Flexibilität hat sich, zusammen mit zurückhaltenden Lohnerhöhungen, auch am Arbeitsmarkt insgesamt bezahlt gemacht. Die Beschäftigung stieg im vergangen Aufschwung keineswegs nur durch Minijobs: Zwischen Mitte 2005 und Mitte 2008 legte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 1,3 Millionen zu, wobei auch Niedrigqualifizierte davon profitierten. Die Zahl der Hilfsarbeiter war Ende vergangenen Jahres um 29 Prozent höher als vier Jahre zuvor.

Wie gut ein Job vor Armut schützt, zeigt beispielsweise eine europaweite Erhebung: Danach lebte zuletzt in Deutschland jeder zweite Arbeitslose in sogenannter relativer Einkommensarmut. Diese Quote ist mehr als 3,5-mal so hoch wie der vom Statistischen Bundesamt für die atypisch Beschäftigten berechnete Anteil.

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