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IW-Nachricht 15. April 2015 Regina Flake

Duale Ausbildung: Unternehmen müssen neue Zielgruppen gewinnen

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgegangen. Über 37.000 Stellen blieben unbesetzt, worunter vor allem kleine und Kleinstbetriebe leiden. Gründe sind der demografische Wandel sowie die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche studieren, nicht den Anforderungen der Betriebe entsprechen oder sich für andere Ausbildungsberufe interessieren. Helfen könnte unter anderem die assistierte Ausbildung, bei der leistungsschwächere und sozial benachteiligte Jugendliche sowie die ausbildenden Unternehmen besser unterstützt werden.

522.232 neue Ausbildungsverträge wurden laut jüngstem Berufsbildungsbericht im Jahr 2014 abgeschlossen, 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Diesen Rückgang spüren die potenziellen Ausbildungsbetriebe: Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen erreichte im Jahr 2014 einen Höchststand. Leicht verbessert hat sich die Situation hingegen aus Bewerbersicht, da auf eine angebotene Stelle weniger Bewerber kamen und die Zahl der unversorgten Bewerber mit knapp 21.000 um 0,8 Prozent leicht zurückging.

Die duale Ausbildung bleibt trotz dieser Entwicklung ein Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die im internationalen Vergleich niedrigste Jugendarbeitslosigkeit spricht für die hohe Integrationskraft des Systems. Um es weiter zu stärken haben sich Ende 2014 die Bundesregierung, die Länder, die Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit zusammengeschlossen und die Allianz für Aus- und Weiterbildung gegründet. Deren Ziel ist es, neue Personengruppen für die Ausbildung zu erschließen. So werden im Ausbildungsjahr 2015/16 beispielsweise bis zu 10.000 assistierte Ausbildungsplätze angeboten. Diese Ausbildungsform unterstützt leistungsschwächere und sozial benachteiligte Jugendliche aber auch Betriebe, die diese Jugendlichen ausbilden. Darüber hinaus sollen durch eine frühzeitige Berufsorientierung – auch an Gymnasien – oder auch die gezielte Ansprache von Studienabbrechern mehr junge Menschen für die duale Ausbildung gewonnen werden.

Die derzeitigen Probleme bei der Besetzung der Ausbildungsstellen spüren insbesondere kleine und Kleinstbetriebe. Im Wettbewerb um die knapper werdenden Ausbildungsbewerber ziehen sie gegenüber Mittel- und Großunternehmen häufig den Kürzeren, da die größeren Firmen von Jugendlichen als attraktiver wahrgenommen werden. Gerade für die kleineren Ausbildungsbetriebe könnte die assistierte Ausbildung also interessant und sinnvoll sein.

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