1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Corona: Pandemie lässt Unternehmensgründungen einbrechen
Zeige Bild in Lightbox
Deutsche Erfolgsgeschichte: Der Versandhändler Zalando erwirtschaftet mehr als sechs Milliarden Euro Umsatz. (© Foto: GettyImages)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Klaus-Heiner Röhl IW-Nachricht 24. August 2020

Corona: Pandemie lässt Unternehmensgründungen einbrechen

Aufgrund der Wirtschaftskrise ist die Zahl an Gründungen in Deutschland stark zurückgegangen. Dabei sind gerade junge Unternehmen und Start-ups wichtig, um schnell und kraftvoll aus der Krise zu kommen. Hier muss nun die Politik ansetzen und unterstützen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Im Vergleich zum Vorjahr wurden im ersten Halbjahr 2020 rund 16 Prozent weniger Unternehmen gegründet, wie das Statistische Bundesamt am Montagmorgen mitteilte. Dabei sank die Zahl der größeren Gründungen um knapp neun Prozent, die der Kleingründungen ging um mehr als 20 Prozent zurück – insgesamt ist das mit Abstand der geringste Wert seit der Jahrtausendwende.  

Virus sorgt für Stillstand

Doch es wird nicht nur weniger gegründet: Es müssen auch weniger Unternehmen schließen, trotz der schwerwiegenden Wirtschaftskrise. Das liegt zum Teil an der ausgesetzten Antragspflicht für Insolvenzen: Erst ab dem 30. September müssen sich insolvente Unternehmen wieder beim Amtsgericht melden. Zudem dürften Verzögerungen in der Arbeit der Gewerbeämter die Gründungs- und Schließungszahlen etwas gedrückt haben. 

Insgesamt befindet sich die deutsche Unternehmenslandschaft momentan im Stillstand. Die Politik muss aufpassen, dass diese Starre nicht zum Dauerzustand wird. Denn gerade junge Unternehmen sind es, die mit neuen Ideen und Technologien auf den Markt kommen und so alteingesessenen Unternehmen Konkurrenz machen.  

Deutschland muss gründungsfreundlicher werden

Im Mai hat die Bundesregierung bereits einen „Schutzschild“ für Start-ups in Höhe von zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Junge innovative Unternehmen, die aufgrund der Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, können diese Hilfe beantragen – bislang wurden 614 Millionen Euro ausgezahlt. Doch Geld allein wird die geringen Gründungszahlen nicht ankurbeln. „Nach wie vor braucht es schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie, eine starke digitale Infrastruktur und mehr wirtschaftliche Bildung an Schulen“, sagt IW-Unternehmensexperte Klaus-Heiner Röhl. Innovation und technischer Fortschritt seien wichtige Bausteine, um schwungvoll aus der Krise zu kommen, so Röhl.
 

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Unternehmensgründungen und Wirtschaftswachstum im internationalen Vergleich
Klaus-Heiner Röhl / Leonie Heuer IW-Report Nr. 44 2. Dezember 2021

Unternehmensgründungen und Wirtschaftswachstum im internationalen Vergleich

Das Potenzialwachstum ist in den hochentwickelten Ländern in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Ein wesentlicher Grund ist das rückläufige Wachstum der Produktivität, das aus dem technischen Fortschritt und dem Einsatz von Humankapital resultiert.

IW

Artikel lesen
Jan Büchel / Barbara Engels Pressemitteilung 30. November 2021

Corona-Pandemie: Digitalisierungsschub kleiner als gedacht

Der vielzitierte Digitalisierungsschub durch Corona fand bisher nur an der Oberfläche statt, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der große Wurf blieb bislang aus – vor allem, weil viele Unternehmen in der Krise das Risiko ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880