1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Entscheidung auf Tarifpartner übertragen
Zeige Bild in Lightbox Entscheidung auf Tarifpartner übertragen
(© Foto: godfer - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Flexible Arbeitszeiten IW-Nachricht 24. Juli 2015

Entscheidung auf Tarifpartner übertragen

Das Arbeitszeitgesetz legt fest, wie lange ein Arbeitnehmer täglich maximal arbeiten darf und wie viele Pausen er machen muss. Doch in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt stellt sich die Frage, ob der Gesetzgeber nicht mehr Verantwortung auf die Tarifpartner übertragen sollte, um passgenaue Arbeitszeiten zu ermöglichen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Das Arbeitszeitgesetz bestimmt, dass die Arbeitszeit werktäglich – das schließt den Samstag mit ein – maximal 8 Stunden betragen darf. Sie kann bei Bedarf auf 10 Stunden verlängert werden, aber nur, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Ausgleich erfolgt. Auch die Ruhezeiten sind gesetzlich fixiert: Nach Ende der Arbeit ist eine elfstündige unterbrechungsfreie Pause Pflicht.

Die Tarifpartner dürfen teilweise Abweichendes vereinbaren – so gibt es zum Beispiel Ausnahmen für Bereitschaftsdienste, die Landwirtschaft und die Pflege. Doch über diese Ausnahmefälle hinaus sind die Vorgaben strikt. Und das, obwohl es durch die Digitalisierung und die stärkere globale Vernetzung immer wichtiger wird, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten: Wenn Tätigkeiten mit Unternehmensstandorten, Kunden oder Lieferanten in der ganzen Welt abgestimmt werden müssen, reichen zuweilen 8 oder auch 10 Stunden nicht aus. Auch für neue Erwerbsformen wie Home Office oder Crowdworking, die ein hohes Maß an Autonomie über die eigene Arbeitszeitgestaltung mit sich bringen, erscheint das starre Korsett des Arbeitszeitgesetzes wie ein Relikt aus einem vergangenen Jahrhundert.

Das heißt allerdings nicht, dass die regelmäßige, vereinbarte Arbeitszeit per se verlängert werden soll. Die durchschnittliche tarifliche oder betriebsübliche Arbeitszeit liegt mit 38 Stunden für Vollzeitkräfte ohnehin weit unter den gesetzlich vorgegebenen Höchstgrenzen und verändert sich schon seit Jahrzehnten nur geringfügig. Vielmehr geht es darum, den Tarifpartnern größere Spielräume zu geben, die Arbeitszeit nach den Erfordernissen im Betrieb, aber auch nach den Wünschen der Arbeitnehmer flexibel zu gestalten.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Arbeitszeit rauf oder runter?
Michael Hüther im Handelsblatt Interview 30. September 2022

Streitgespräch: Arbeitszeit rauf oder runter?

Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels schlägt IW-Direktor Michael Hüther eine 42-Stunden-Woche vor. Unternehmer und Buchautor Lasse Rheingans widerspricht. Das Handelsblatt hat beide in Berlin zum Streitgespräch gebeten.

IW

Artikel lesen
Michael Hüther / Markos Jung / Thomas Obst in der Zeitschrift für Wirtschaftspolitik Externe Veröffentlichung 11. August 2022

Wachstum durch Beschäftigung: Potenziale der deutschen Volkswirtschaft

Germany’s labour market faces substantial challenges caused by demographic change in the next decade. However, a country comparison with Sweden and Switzerland reveals hidden labour market potentials.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880