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IW-Nachricht 18. Februar 2019 Galina Kolev

Autozölle: Gefahr für das deutsche Geschäftsmodell

Auch 2018 exportierte Deutschland in kein anderes Land so viel wie in die USA. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn Trump tatsächlich hohe Strafzölle auf Autos einführt. Sollte der US-Präsident Autoimporte zur Gefahr für die nationale Sicherheit erklären, würde er das globale Handelssystem infrage stellen – und damit das deutsche Geschäftsmodell. Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen wären besonders betroffen.

Es wird immer wahrscheinlicher, dass Trump die Zölle auf Autoimporte von aktuell 2,5 auf 25 Prozent oder mehr anhebt. Schon bei den Stahl- und Aluminiumimporten hatten die amerikanischen Handelspartner – zurecht – kein Verständnis dafür, dass sich einer der größten Stahlproduzenten der Welt durch Importe aus verbündeten Ländern gefährdet sieht.

Die globale Handelsordnung neu interpretieren

Sollten die Schutzzölle nun auf die Automobilimporte ausgeweitet werden, müsste die EU gemeinsam mit handelsliberalen Staaten wie Kanada und Japan die globale Handelsordnung neu interpretieren. Denn dem Beispiel der USA werden wohl andere Länder mit protektionistischen Maßnahmen folgen – mit dem Vorwand, es gehe ihnen um die nationale Sicherheit. Die internationale Arbeitsteilung, die eine wichtige Grundlage für den Wohlstand in Deutschland ist, wäre dann nicht mehr möglich. „In einer Welt mit hohen Handelsbarrieren hätte das deutsche Geschäftsmodell in seiner jetzigen Form keine Zukunft“, betont IW-Handelsexpertin Galina Kolev.

Mehr als ein Schnupfen für die deutsche Wirtschaft

Rund 29 Prozent der deutschen Autoexporte in die USA entfallen auf Baden-Württemberg, knapp vor Bayern mit 28 Prozent. Aber auch andere Bundesländer wären betroffen: 62 Prozent der sächsischen US-Exporte kommen aus dem Automobilbereich. Und selbst in Bundesländern mit einem geringeren Anteil sind negative Effekte zu erwarten: Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen oder das Saarland sind wichtige Zulieferer der deutschen Automobilindustrie. Die allgemeine Verunsicherung wird zudem für ein getrübtes Geschäftsklima sorgen: „Wenn die Automobilindustrie eine Grippe bekommt, bedeutet das für den Rest der deutschen Wirtschaft nicht nur einen Schnupfen“, so Kolev.

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