1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Ruhe vor dem Sturm
Zeige Bild in Lightbox Ruhe vor dem Sturm
(© Foto: bilderbox - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Ausbildungsmarkt IW-Nachricht 6. November 2012

Ruhe vor dem Sturm

Die jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit legen den Schluss nahe, dass die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Vergleich zu den vergangenen Jahren stabil geblieben ist. Doch der Eindruck täuscht: In Zukunft werden allerorts Azubis fehlen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Über 517.000 junge Menschen sind im Jahr 2012 in ihre Ausbildung gestartet. Diese Zahl unterscheidet sich im Vergleich zu 2011 kaum. Sie könnte als Signal dafür gedeutet werden, dass Unternehmen auch in Zukunft ausreichend Auszubildende zur Verfügung stehen. Der demografische Wandel ist allerdings in vollem Gange und Nachwuchs ist rar. Dass es momentan noch genügend Azubis gibt, hat andere Gründe: Doppelte Abiturjahrgänge in mehreren Bundesländern und das Aussetzen der Wehrpflicht ermöglichen es momentan vielen jungen Menschen, vorzeitig eine Ausbildung zu beginnen. Ihre Anzahl kompensiert für kurze Zeit die immer kleineren Jahrgangsgrößen.

In den nächsten Jahren fällt diese zusätzliche Reserve allerdings weg. Erste Vorzeichen dieser Entwicklung zeigen sich bereits: Wie im Vorjahr gab es auch 2012 mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als Jugendliche, die eine entsprechende Stelle suchten. Zum 30. September waren 33.300 Plätze noch nicht besetzt, aber nur knapp 15.700 Bewerber unversorgt. Das ist einerseits natürlich positiv, da nun auch weniger qualifizierte Jugendliche eine Chance erhalten, sich zu beweisen. So ging die Zahl der so genannten Altbewerber – das sind jene jungen Menschen, die bereits vor einem oder zwei Jahren auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren, – zurück. Anderseits bedroht die Entwicklung die Nachwuchssicherung deutscher Unternehmen und damit letztlich den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Entsprechend wird es immer wichtiger, die Ausbildungsreife von jungen Menschen zu erhöhen. Dadurch kann die Chance verbessert werden, dass diese nicht nur schneller einen Ausbildungsplatz finden, sondern eine Ausbildung auch erfolgreich zu Ende bringen. Im Jahr 2011 befanden sich knapp 300.000 Jugendliche in Übergangsmaßnahmen wie einem Berufseinstiegs- oder einem Berufsvorbereitungsjahr, um ihre Ausbildungsreife zu erhöhen. Unternehmen könnten dazu beitragen, diese ungenutzte Reserve für ihre Betriebe zu gewinnen – beispielsweise, indem sie verstärkt Praktika anbieten und noch häufiger an Berufsorientierungsorientierungstagen mitwirken.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Neue Wege oder Irrwege für den Ausbildungsmarkt?
Dirk Werner / Paula Risius / Anika Jansen IW-Policy Paper Nr. 21 23. September 2021

Neue Wege oder Irrwege für den Ausbildungsmarkt?

Die duale Berufsausbildung erfüllt in Deutschland eine zentrale Funktion: Sie sorgt für Fachkräftenachwuchs in Unternehmen und schafft Perspektiven für junge Menschen. Der Politik kommt die Aufgabe zu, passende Rahmenbedingungen und Anreize für alle ...

IW

Artikel lesen
Filiz Koneberg / Lydia Malin / Dirk Werner Gutachten 5. August 2021

KOFA Kompakt 7/2021: Ausbildungsplatznachfrage steigt in grünen Landwirtschaftsberufen

Im Zuge der intensiven Diskussion um Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung stellt sich die Frage, inwiefern sogenannte „grüne Berufe“ an Attraktivität bei der Berufswahl gewinnen.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880