1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Einzelhandel: Lockdown könnte den Handel 22 Milliarden kosten
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Christian Rusche IW-Nachricht 15. Dezember 2020

Einzelhandel: Lockdown könnte den Handel 22 Milliarden kosten

Der harte Lockdown kommt die innerstädtischen Einzelhändler im so wichtigen Weihnachtsgeschäft teuer zu stehen. Im schlimmsten Fall ist mit Ausfällen von insgesamt rund 22 Milliarden Euro im Dezember und Januar auszugehen. Der Onlinehandel profitiert dagegen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Normalerweise ist die Woche vor Weihnachten für den Einzelhandel eine der lukrativsten im gesamten Jahr. In den Einkaufsstraßen und Kaufhäusern tummeln sich die Menschen, um vor Heiligabend noch ihre Geschenke zu besorgen. Entsprechend schmerzhaft ist der ab Mittwoch anstehende Lockdown für den Einzelhandel.

Nur halb so viele Passanten unterwegs

Eine neue IW-Rechnung zeigt jetzt, wie schmerzhaft: Allein im Dezember wird der innerstädtische Einzelhandel bundesweit im schlimmsten Fall 13,3 Milliarden Euro Umsatz   verlieren, im günstigsten Fall 10,2 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Verluste im Januar: Sie belaufen sich laut IW-Berechnung im pessimistischen Szenario auf 8,7 Milliarden, im optimistischen Szenario immerhin auf 5,7 Milliarden Euro. Die Angaben sind ohne Umsatzsteuer.

Beide Szenarien berücksichtigen die Geschäftsschließungen im Zuge des harten Lockdowns bis zum 10. Januar. In dieser Zeit wird der Umsatz nahezu vollständig wegbrechen. Für jene Tage, an denen die Geschäfte wieder geöffnet sind, schreibt die IW-Rechnung im optimistischen Szenario einen Umsatzrückgang von 18 Prozent im Vergleich zu 2019 fort, wie ihn der Handelsverband Deutschland für die ersten beiden Dezemberwochen gemeldet hat.

Allerdings könnte der Einzelhandel auch deutlich härter getroffen werden, weil viel weniger Menschen die Innenstädte besuchen als noch 2019. Anreize für einen Einkaufsbummel in der Stadt gibt es vor dem Hintergrund der latenten Infektionsgefahr nicht. Daten der Firma Hystreet zeigen, dass in der ersten Adventswoche in den Einkaufsstraßen der 20 untersuchten Standorte fast 50 Prozent  weniger Kunden unterwegs waren als noch 2019. Das pessimistische Szenario geht davon aus, dass der Umsatz in gleichem Maße wie der Kundenstrom einbricht.

Amazon profitiert

Daten der großen Handelsverbände legen nahe, dass der Onlineversandhandel von der Entwicklung profitiert. Zwischen November und Januar shoppen die Deutschen voraussichtlich für bis zu 26,2 Milliarden Euro online. Das wären bis zu 5,6 Milliarden Euro  mehr als noch 2019. Rund die Hälfte der Online-Umsätze in Deutschland macht Amazon. Wenn nun viele stationäre Händler Amazons Plattform nutzen, um ihre Umsatzverluste auszugleichen, profitiert Amazon durch Gebühren und gewinnt an Attraktivität, da die Auswahl zusätzlich steigt.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
So hoch sind die Verluste
Michael Grömling in Das Investment Gastbeitrag 24. November 2022

Corona und Krieg: So hoch sind die Verluste

Seit fast drei Jahren befindet sich die Wirtschaft im Krisenmodus. Ohne Pandemie und Krieg wäre die Wertschöpfung in Deutschland in den Jahren 2020 bis 2022 um insgesamt 420 Milliarden Euro höher ausgefallen. Hohe Staatsausgaben wirkten diesen Verlusten zwar ...

IW

Artikel lesen
Michael Grömling in den VDI-Nachrichten Gastbeitrag 21. November 2022

Konjunkturampel: Licht und Schatten für die Wirtschaft

Die Verbraucher haben eine Rezession verhindert. Doch die Industrie steht unter Druck, schreibt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling für die VDI-Nachrichten.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880