Wie schon in der Finanzkrise setzen die Unternehmen angesichts weniger Aufträge und fallender Umsätze derzeit alles daran, durch Kurzarbeit und den Abbau von Überstunden niemandem kündigen zu müssen. Anders als in der Finanzkrise müssen die Unternehmen aber nicht nur den Betrieb am Laufen halten, sondern zusätzlich ihre Beschäftigten und Kunden vor Infektionen schützen. Wie gut das gelingt, zeigen die ersten Ergebnisse des IW-Covid-19-Panels, einer neuen Unternehmensbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der IW Consult, in der die befragten Unternehmen anhand einer Skala von null bis zehn schätzen sollten, wie leicht ihnen die Schutzmaßnahmen fallen. Null bedeutet, die Maßnahmen sind faktisch nicht möglich. Zehn heißt, sie sind sehr einfach möglich.

Sechs von zehn Punkten fürs Abstand halten

Aus Sicht der Unternehmen lassen sich die Abstandsregeln für Kunden und Mitarbeiter verhältnismäßig einfach umsetzen. Im Schnitt geben die Unternehmen den Abstandsregeln für Kunden die Note 6,6 – im Umgang mit Mitarbeitern den Wert sechs. Zudem zeigt sich: Es gibt deutlich mehr Firmen, die mindestens acht Punkte geben, als Firmen die höchstens zwei Punkte geben. Abstand zu halten, scheint kein Problem zu sein.

Auch den Arbeitsplatz zu desinfizieren, fällt vielen nicht schwer. Dies signalisiert ein Durchschnittswert von knapp sechs Punkten. Ein gemischtes Bild ergibt sich bei der Bereitstellung von Schutzkleidung und Masken. Hier halten sich die Anteile der Unternehmen mit einer positiven und einer skeptischen Einschätzung die Waage. Gleiches gilt für rotierende Präsenzzeiten. In beiden Fällen beträgt der Durchschnittswert rund fünf Punkte.