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IW-Nachricht 23. Oktober 2020 Michael Grömling

BIP: Lockdown 2.0 kostet 2020 zwei und 2021 einen Prozentpunkt

Deutschland befindet sich inmitten der zweiten Corona-Welle. Ein neuer Lockdown könnte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um zwei weitere Prozentpunkte einbrechen lassen. Auch ein Bremsmanöver hätte große Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung.

Nachdem die Sommermonate der Wirtschaft eine Verschnaufpause beschert haben, befindet sich das Land nun in einer zweiten Welle der Pandemie. In der Konjunkturprognose aus dem vergangenen September rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) damit, dass die Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 6 ¼ Prozent zurückgeht – vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown.

Vollbremsung hätte erhebliche Folgen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat das Berchtesgadener Land bereits in eine regionale Zwangspause versetzt. Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen und des teilweisen politischen Aktionismus, wie im Falle des von mehreren Gerichten gekippten Beherbergungsverbots, scheint auch ein zweiter, bundesweiter Lockdown mittlerweile möglich. Für die deutsche Wirtschaft hätte das erhebliche Folgen: Ein zweiter Lockdown würde das reale Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr ungefähr um zwei weitere Prozentpunkte sinken lassen. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau Anfang 2022 würde demnach in weite Ferne rücken. Das IW geht davon aus, dass diese Rezession dann deutlich stärker ausfallen würde als in der Finanzkrise 2009. 

Mit wenig Schwung in das neue Jahr

Schon weniger heftigere Einschränkungen des Wirtschaftslebens und eine damit einhergehende Stagnation im vierten Quartal 2020 könnten Deutschland etwa einen Prozentpunkt oder rund 30 Milliarden Euro der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in diesem Jahr kosten. Entsprechend schwierig wäre dann auch der Start in das neue Jahr: 2021 könnte das Plus der Wirtschaftsleistung dann nur noch bei 3 ½ Prozent liegen. Im Falle eines Lockdowns wären es sogar nur 2 ½ Prozent. Ohne weitere Einschränkungen rechnet das IW mit einem Plus von knapp 4 ½ Prozent. „Die Politik sollte vordringlich auf regionale Lösung setzen und deren Notwendigkeit klar kommunizieren, um gegen die zunehmende Unsicherheit vorzugehen“, sagt IW-Konjunkturchef Michael Grömling. „Ein weiterer Lockdown wie im Frühjahr bremst die wirtschaftliche Entwicklung über Jahre aus.“

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