Im vergangenen Jahr waren 15,7 Prozent der über 64-Jährigen von Altersarmut bedroht – der Durchschnitt in der Gesamtbevölkerung lag bei 15,9 Prozent. Von Einkommensarmut bedroht ist, wer weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen zur Verfügung hat. Das mittlere Einkommen teilt die Bevölkerung in zwei Gruppen – die eine Hälfte hat ein höheres Einkommen, die andere ein geringeres. 

Osten verbessert sich auf höherem Niveau

Seit 2005 ist die Armutsgefährdungsquote angestiegen, seit 2015 schwankt die Quote auf einem Niveau von 15,5 Prozent nur noch leicht. Während sie in den alten Bundesländern in den vergangenen fünfzehn Jahren gestiegen ist, hat sie im Osten jedoch abgenommen: Die Quote sank hier von 20,4 Prozent auf 17,9 Prozent. Damit sind in den neuen Bundesländern zwar mehr Menschen von Armut gefährdet, jedoch zeigt sich ein positiver Trend. Gerade die über 64-Jährigen kommen im Osten deutlich besser weg als im Westen. Grund dafür ist die höhere Erwerbsbeteiligung der ostdeutschen Frauen. 

Auch Vermögen ist wichtig

Das Einkommen allein reicht allerdings nicht aus, um die Situation der Menschen gänzlich zu beurteilen. Auch das Vermögen spielt eine wichtige Rolle. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Armutsgefährdungsquote der Ruhestandsgeneration von 12,5 Prozent auf 9,9 Prozent sinkt, wenn auch Vermögenswerte wie Häuser, Wohnungen oder Lebensversicherungen berücksichtigt werden.* Dennoch darf das Problem nicht kleingeredet werden: Wenn weder Einkommen noch Vermögen ausreicht, um die eigene Existenz zu sichern, muss die Politik gezielt nachhelfen und die Menschen absichern. Oftmals wird Geld jedoch mit der Gießkanne verteilt, weil die Vermögenssituation ignoriert wird. Diejenigen, die Geld wirklich nötig hätten, gehen dann leer aus. Hier muss dringend nachgebessert werden.   

* Unterschiede in den Altersarmutsgefährdungsquoten zwischen der verlinkten Studie auf Basis des Sozio-oekeonomischen Panels (SOEP) und dem Mikrozensus ergeben sich im Wesentlichen dadurch, dass das SOEP unregelmäßige Einkommenskomponenten sowie den Einkommensvorteil aus selbstgenutztem Wohneigentum berücksichtigt.