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IW-Nachricht 2. September 2015 Ende des Betreuungsgelds

Mittel in Kitas und Ganztagsschulen stecken

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will mit den Mitteln, die bislang ins Betreuungsgeld flossen, Haushaltslöcher flicken statt sie in die Kinderbetreuung zu stecken. Das macht ökonomisch wenig Sinn – denn sogar für Schäuble würde sich die Investition in Kitas und Ganztagsschulen rentieren.

Das Bundesverfassungsgericht hat das Betreuungsgeld gekippt. Der Bund sollte die Finanzmittel, die jetzt frei werden, nutzen, um die frühkindliche Förderung und die Zahl der Ganztagsplätze in Kitas und Schulen zu verbessern – denn der Bedarf ist um einiges größer als das Angebot.

Dass das sinnvoll ist, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die die ökonomischen Effekte eines Ausbaus der Ganztagsinfrastruktur untersucht hat. Am Beispiel der Kinder von Alleinerziehenden zeigt sich dabei, dass die ökonomischen und sozialen Effekte des Ausbaus bedeutsam sind: 84.000 Mütter würden zusätzlich eine Vollzeitstelle annehmen und 26.000 zusätzlich in Teilzeit arbeiten – ein direkter Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Durch Ganztagsangebote an Kitas und Schulen könnte laut IW-Berechnungen die Zahl armutsgefährdeter Alleinerziehender so um 50.000 reduziert werden. Außerdem nähmen die Bildungschancen aller Kinder zu, mehr Kinder erreichen höhere Bildungsabschlüsse und die Bildungsarmut reduziert sich.

Langfristig würden sich die Ausgaben in die Bildungs-Infrastruktur auch für die öffentliche Hand bezahlt machen – denn die Sozialausgaben sinken und die Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben legen zu. Alles in allem läge die „Rendite“ für die öffentliche Hand laut IW Köln bei 5 Prozent. Eine Top-Verzinsung für den Finanzminister, von der Deutschlands Sparer momentan nur träumen können.

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