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Michael Hüther in Aus Politik und Zeitgeschichte Interview 27. Mai 2024

Fachkräftemangel: „Wir sind zu weit gegangen”

Viertagewoche, Fachkräftemangel und eine vermeintlich faule Generation: IW-Direktor Michael Hüther spricht im Interview mit der APuZ über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen aktueller Trends in der Arbeitswelt.

Herr Hüther, Fachkräfte fehlen in Deutschland ebenso wie solides Wachstum. Gleichzeitig fordern immer mehr Erwerbstätige weniger Arbeit bei gleichem Lohn. Sind wir eine Gesellschaft, die unter Realitätsverlust leidet?

Man kann es auch Wahrnehmungsverlust nennen. Deutschland galt vor gut 20 Jahren als kranker Mann Europas. Damals hatten wir keine Probleme, die Lage zu erkennen: Wachstumsschwäche verbunden mit einer hohen, sehr beharrlichen Arbeitslosigkeit, in der Spitze über fünf Millionen Beschäftigungslose. Das war Auslöser für große Reformen. Jetzt sind wir in einer Situation mit schwachem Wachstum, in der wir eigentlich feststellen müssten: Wachstum zu organisieren, ist nicht einfach, denn die Potenziale sind nicht mehr da. Wir wissen um den Alterungsprozess. Arbeit verknappt sich. Das Bruttoinlandsprodukt kann nicht wachsen, wenn das Produkt aus Arbeitsvolumen und Produktivität je Stunde nicht steigt. Für diese Lage kenne ich nur zwei Antworten: Arbeit substituieren, indem ich Produktivität stärke, oder Arbeit ausweiten.

Dennoch geht es in den medial vermittelten Debatten mit Blick auf Arbeit um weniger Zeit, um die Viertagewoche.

Was Gesellschaft und Unternehmen sehr lange gelernt haben, verlernen sie nur sehr langsam. Seit den 1980er Jahren ging es um den Vorruhestand, damit die Jüngeren, die selbstverständlich viel mehr waren, in Arbeit kommen. Nach der Wiedervereinigung gab es das Altersübergangsgeld in den neuen Bundesländern, das aus der gleichen Logik entstand. Diese Muster verharren in den Köpfen. Und im Grunde ist die lange Geschichte des Fortschritts natürlich auch eine der Verringerung von Arbeitszeit, von Wochenarbeitszeit und von Lebensarbeitszeit, also in allen Dimensionen. Hinzu kommen viele Wahrnehmungsveränderungen aus der Zeit der Pandemie, die vielleicht auch die Wünsche verändert haben.

Hat die Pandemie dazu geführt, dass die Menschen gern weniger arbeiten – weil es in Deutschland ein sehr gutes Sicherungsnetz gibt?

Da bin ich zurückhaltend, denn die Situation war ein Schock, eine gesellschaftliche Zumutung. Es war richtig, dies nicht durch Arbeitslosigkeit zu verschärfen und stattdessen Arbeitsverhältnisse zu stabilisieren, denn Krisen betreffen Menschen auch ungleich, und hier spielt die Erwerbsarbeit eine sehr wichtige Rolle. Man kann natürlich sagen: Das hat eine zu starke Sicherheit gebracht. Aber was wäre denn die Alternative gewesen? Ich denke: Arbeitslosigkeit hätte zusätzlich zu dieser zivilisatorischen Kränkung durch Covid-19 noch eine weitere ausgelöst. Aber natürlich hat die Pandemie auch habituell gewirkt: Man hat viel zuhause gesessen, sich ins eigene Heim zurückgezogen. Die Effekte der Pandemie sind noch lange nicht durch, und gesellschaftlich entstehen neue Unwuchten. Die Ruptur moderner Gesellschaften ist in ihrer Komplexität begründet und löst Überforderung aus. Da will man zurück zu einfacheren Verhältnissen. Meine Antwort klingt etwas komplizierter: Arbeitszeitsouveränität.

Und wie kann damit dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden?

Darüber müssen wir dringend weiter nachdenken. Wir lesen überall von 100 Stunden im Jahr, die die Schweizer über alle Erwerbsformen mehr arbeiten als wir. Dieses Gefälle lässt sich aufholen, wenn die Einzelnen entscheiden können, wann und wie sie arbeiten. Flexibilität bei Zeit und Ort gibt uns ein großes Potenzial der Souveränität für die Beschäftigten in Eigenverantwortung, im Rahmen der jeweiligen Produktionsstruktur. Am Fließband geht das nicht so flexibel. Aber wenn es zu den Bedarfen eines Unternehmens passt, dann lässt sich durch Souveränität die Bereitschaft zu höherer Arbeitszeit stärken. Das ist meine eigentliche Botschaft: Die Volkswirtschaft als ganze muss gegen den Verlust an Arbeitsvolumen ankämpfen.

Die Anzahl der Arbeitsstunden pro Kopf sinkt, die Anzahl der Fachkräfte wird weiter sinken. Gleichzeitig fürchtet eine Mehrzahl der Menschen Burn-out, sie will die eigene Gesundheit schützen. Es ist doch verständlich, dass Unternehmen auf die Bedürfnisse der Menschen reagieren, um überhaupt Fachkräfte zu sichern.

Wir haben eine freie Gesellschaft und Marktwirtschaft. Da darf und soll man den Mitarbeitern helfen. Unsere Aufgabe als Forschungsinstitut ist es aber, die Kosten des Verfahrens zu benennen. Wenn alle ihre Arbeitszeit um 20 Prozent reduzieren, bedeutet das zugleich bei Dienstleistungen ein Minus von 20 Prozent beim zeitabhängigen Angebot – denn es gibt ja keine erkennbar großen Produktivitätsfortschritte bei Pflege, Müllabfuhr und anderen Dienstleistungen.

Im Moment reagieren Unternehmen aber rational, wenn sie mit individuell attraktiveren Angeboten Arbeitskräfte sichern. Sie haben in diesem Zusammenhang von Ausbeutung gegenüber der Allgemeinheit gesprochen. Wie ist das zu verstehen?

Wer jetzt Arbeitszeiten zurückfährt, hat einen spezifischen Vorteil. Die Konsequenzen im System bleiben vollständig außen vor. Wie wollen wir die Mobilitätswende organisieren, wenn wir nicht mehr das Personal dafür haben? Klar: Einerseits sind Arbeitgeber zu Rationalisierungen gezwungen, vor allem über Digitalisierung. Züge werden autonom fahren, im Großraum Nürnberg passiert das schon länger. Aber es geht eben nicht ohne Personal, und bislang sind die Produktivitätsfortschritte keinesfalls größer als das, was durch den Wegfall von Arbeitszeit verlorengeht. Wenn jeder nur für sich individuell denkt, geht diese Reflexion verloren. Ich kann natürlich einfordern, dass meine Arbeitszeiten für mich passen. Aber volkswirtschaftlich geht es immer um den Gesamtbetrag. Und da sind etwa Ergebnisse wie zuletzt bei der Deutschen Bahn inkonsistent und nicht vorteilhaft. Das ist ein Stück Ausbeutung aller gegen alle; jeder in seinem System.

Andererseits gibt es doch viele Tätigkeiten, die mit weniger menschlicher Arbeitskraft genauso gut zu erledigen wären. Lässt sich da nicht eine Transformation schaffen, sodass die Arbeitskraft genügt?

Ich kann wahrscheinlich viele Jobs im Einzelhandel sparen, wenn ich Kassen automatisiere, aber komplett geht das nicht. Bei Selbstbedienungskassen muss auch immer wieder jemand kommen, um zum Beispiel beim Kauf von Alkohol den Ausweis zu kontrollieren. Natürlich lassen sich monotone Jobs teilweise abschaffen. Ehrlich gesagt wundert es mich, wie langsam die Unternehmen hier umdenken.

Monotone Tätigkeiten gibt es auch in öffentlichen Verwaltungen. Gleichzeitig bauen die Städte wie etwa Köln ihren Personalstock auf. Saugt die öffentliche Hand dem Markt die Fachkräfte weg?

Da ist etwas dran. Wir haben einerseits einen starken Aufbau im öffentlichen Dienst, wo wir ihn wirklich brauchen, etwa bei der Polizei. Und wenn wir mehr Müll produzieren, brauchen wir mehr Müllabfuhr. Schulen brauchen mehr Personal, um eine gewachsene Integrationsaufgabe zu erledigen. Aber daneben haben wir einen Verwaltungsapparat, der unsere Regulierungskomplexität reflektiert. Was Städte zum Teil machen, ist doch absurd. Sie nutzen das Potenzial digitaler Vereinfachung nicht. Statt standardisierter Prozesse holt man immer mehr Mitarbeiter. Das gilt nicht nur für die öffentliche Verwaltung, sondern auch für Versicherungen. Da gibt es viel Arbeit, die längst digital erledigt werden kann. Sollte das genutzt werden, geht es übrigens nicht ums Freisetzen von Menschen, sondern um neue, höherwertige Tätigkeiten. Man muss Produktivitätsgewinne auch zulassen.

Die Grundfrage lautet: Lässt sich der Verlust von Fachkräften mit Produktivitätssteigerungen kompensieren?

Volkswirtschaftlich adressieren wir unser Mangelproblem nicht. Nochmal: Wer ein Fünftel der Arbeitszeit rausnimmt, muss auch irgendwo ein Fünftel erhöhen. Produktivität fällt nicht vom Himmel. Wenn Unternehmen sich fragen: Warum ist eigentlich die Digitalisierung, die Industrie 4.0, nicht in unseren Produktivitätsziffern angekommen? Dann lautet die Antwort: Klar, sie haben die Produktionsstraße digitalisiert und moderne Systeme eingeführt, sie haben da in einzelnen Sektoren enorme Produktivitätsgewinne erzielt. Aber schon innerhalb des Unternehmens reichen diese Schritte angesichts von Compliance und anderen Vorgaben oft nicht, um zusätzliche positive Effekte zu erzielen. Wir müssen über diese Dimension nachdenken und auch kritische Themen zulassen, etwa: Welche Rolle wird Robotik in der Pflege spielen? Da werden wir nicht dran vorbeikommen.

Eine interessante Debatte dreht sich um die Generation Z. Für manche ist sie zu selbstbewusst, zu anspruchsvoll, aber auch zu faul, was letztlich unseren Wohlstand gefährden würde. Gleichzeitig steigen die Renten Jahr für Jahr, was diese Generation über ihre Arbeit finanzieren muss. Warum rebellieren die jungen Leute nicht dagegen, sondern machen sich Gedanken über Work-Life-Balance?

Darüber habe ich schon oft nachgedacht. Wieso führen nicht-nachhaltige Rentenreformen nicht zum Widerstand der jungen Generation? Es ist erkennbar, welche Lasten sich entwickeln. Die Jugend steht zurecht auf der Straße und fordert Veränderungen im Produktionsprozess, um das Klima zu retten. Aber bei anderen Zukunftsthemen wie der Demografie oder Investitionen des Staates fehlt diese Mobilisierung. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Vielleicht ist es Naivität? Aber dahinter steckt noch etwas anderes. In meiner Generation waren wir immer zu viele: in der Schule, in der Uni auch, es gab Arbeitslosigkeit. Wer heute aus der Schule kommt, lebt in einer anderen Realität. Es ist doch so: Die jüngeren Generationen werden absehbar knapp sein, Arbeitslosigkeit scheint kein Risiko zu sein. Aber das ist vielleicht gar nicht so komfortabel, wie es ausschaut. Der Anreiz, ein bisschen mehr Leistung zu bringen, geht womöglich gesellschaftlich verloren.

Was macht das mit der Gesellschaft?

Die junge Generation wird ständig kleiner – bis 2035. Das wird die Haltung der Gesellschaft nochmal prägen. Wir sind eine Gesellschaft, die einen Schrumpfungsprozess am Arbeitsmarkt und einen altersbedingten Schonungsprozess erlebt. Da fühlen sich die Jungen dann vielleicht noch wertvoller. Was die Sache noch erschwert: Die Generation Z ist eine ausgeprägte Erbengeneration. Die Älteren haben weniger Kinder bekommen, sie statten diese also pro Kopf mit mehr Vermögen aus. Während das in der Gesellschaft passiert, werden wichtige Fragen leicht verdrängt: Wie ich die Pflege im Alter organisiere, die Erzieher, die Ausbilder, die Instruktoren, die es einfach braucht. Die Generation Z scheint eine sorglose Generation zu sein …

Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Jugendstudie: Die jungen Leute blicken zunehmend pessimistisch in die Zukunft. Dominieren die Bedenken den Zukunftsglauben?

Das Sorgenprofil finde ich interessant. Es wirkt ein bisschen so, als nähme man die fernen Sorgen ernster als die aktuellen Probleme. Ich finde es gut, dass diese Jugend für das Klima auf die Straße geht. Aber vielleicht müsste sie auch verstärkt ins Handwerk gehen. Für die Energiewende brauchen wir Leute, die Windräder aufbauen. Im Grunde brauchen wir weiterhin die Old Economy. Man muss nicht studieren, um hier gutes Geld zu verdienen.

An sich ist die Gestaltung von Arbeitszeit und Löhnen Privatsache. Wenn Sie aber all diese Probleme sehen: Braucht es politische Vorgaben?

Der aktuellen Bundesregierung ist vorzuwerfen, dass sie diese Dimension der Wirtschaft außen vor lässt. Die drei Parteien agieren mit ihrem gedanklichen Gerüst der letzten 30 Jahre, um die Fragen der Gegenwart zu lösen: Die SPD spricht von Mindestlohn und Sozialpolitik, die FDP tut so, als wären CO2-Preis und Schuldenbremse die Universallösung. Die Grünen wiederum sind in ihrer Steuerungslogik nicht über das hinausgekommen, was sie vor zehn Jahren gedacht haben: dass wir Effizienz subventionsgetragen herstellen. Wir können froh sein, dass Franz Müntefering die Rente mit 67 eingeführt hat. Aber welche Flexibilität in diesem System nötig ist, was überhaupt mit der Finanzierung der Rente passiert – diese Debatten führt die Regierung nicht. Ich sehe aber programmatisch keine andere Partei mit dem Mut, Arbeitsmobilisierung und Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, damit der Staat finanziell handlungsfähig bleibt.

Immerhin haben der Wirtschafts- und der Finanzminister in den vergangenen Wochen schon rhetorisch versucht, Arbeit wieder als attraktives Thema in den Fokus zu rücken.

Es ist ja auch eigentlich nicht so schwer zu vermitteln, also volkswirtschaftlich: Ich kann nur über Arbeitszeit, Arbeitsvolumen und Arbeitsproduktivität reden. Wir müssen also über die Arbeitszeit anders, entkrampft reden. Wir sind beim Thema Arbeitszeitverkürzung hierzulande zu weit gegangen. Man muss da auch mal wieder zurückdrehen. Typischerweise kann das eine linke Partei strukturell besser als die anderen. Dieser Verantwortung kommt insbesondere die SPD nicht nach.

Wenn Sie ins nächste Regierungsprogramm etwas reinschreiben dürften, was wären Ihre Forderungen, um das Fachkräfteproblem zu überwinden?

Es ist wichtig, dass wir für Fachkräfte ein Einwanderungsgesetz haben. Wir brauchen nun einmal massiven Zuzug, und wir müssen Integration leisten. Aber wir müssen es auch richtig umsetzen, die Systeme vereinfachen. Die Digitalisierung des Auswärtigen Amtes und öffentlichen Dienstes funktioniert nicht, das ist eine Katastrophe. Wir haben Gesetze, die nicht wirken – weil es an der Technik scheitert. Klar, wir brauchen Einwanderung, aber das muss auch richtig funktionieren. In der OECD haben alle Länder das Problem sinkender Jugendquotienten. Wir müssen ein Schulsystem haben, das die Kinder der Zugewanderten aufnimmt. Migration müssen wir umfassend denken. Zudem müssen wir schauen, warum eigentlich Menschen aus diesem Land wieder wegziehen.

Vielleicht können wir international mit der Viertagewoche punkten, um Fachkräfte etwa aus Brasilien für die Pflege anzulocken.

Na ja, dann habe ich aber auch nur vier Tage Zeit, diese Leute zu integrieren und Sprachkurse anzubieten. Also irgendwo hat es seine Grenzen, man dreht sich im Kreis. Nur wegen der Viertagewoche werden die nicht kommen. Wir haben ein Problem mit der komplizierten Sprache. Sprachkompetenz ist wichtig – und eine Willkommenskultur. Viel zu oft hört man von Mitarbeitern in den Konsulaten, die Zuwanderung eigentlich immer noch verhindern wollen.

Wir haben noch gar nicht über die Beteiligung von Frauen im Arbeitsmarkt gesprochen.

Die Frauenerwerbsquote hat sich bei uns deutlich erhöht, jetzt geht es um die verlässliche Kinderinfrastruktur, damit Frauen nicht überwiegend in Teilzeit arbeiten. Die Betreuungsangebote sind umfassender geworden, aber landesweit unterschiedlich. Dieser Sektor wird kaum Produktivitätssteigerungen erleben. Es braucht also mehr Arbeitszeit. Hier zeigt sich, dass wir es mit einem Mosaik zu tun haben. Ich denke aber auch, dass es wichtige Elemente in der partnerschaftlichen, variablen Arbeitsteilung liegen.

Spielt das Ehegattensplitting für Sie eine Rolle?

Das ist eine Reflexdebatte. Man kann das Splitting sicher auch anders gestalten. Aber ich sehe keine überzeugende Lösung, die sich auf den Arbeitsmarkt niederschlagen würde. Meine These ist eher: Wenn man die Voraussetzungen durch gute Kinderbetreuung mit verlässlichen Strukturen in der Schule schafft, dann bringt das viel mehr. Grundschule muss eigentlich eine Betreuung der gleichen Länge anbieten wie die Kindertagesstätten. Dann werden sich die Interessierten ihren Jobs nicht entziehen.

Wo Sie von Schule sprechen: Im Normalfall sollte ein Abschluss dabei rumkommen. Aber in der Realität verliert Deutschland jedes Jahr massenhaft Schulabgänger, die nicht im Arbeitsleben landen. Wie relevant ist das für das Thema Fachkräftemangel?

Die Frage ist sogar noch größer. Was machen die Leute eigentlich nach dem Schulabschluss? Ich finde es bemerkenswert, dass Olaf Scholz sich in seiner Zeit als Erster Bürgermeister in Hamburg diese Frage gestellt hat. Wo sind die Schulabgänger in Hamburg? Es gibt eine (Teil-)Berufsschulpflicht nach dem zehnten Schuljahr, aber die wurde kaum genutzt. Hamburg hat mit zwei Milliarden Euro geantwortet, die Berufsschulen ertüchtigt. Man hat die Nicht-Schulfähigen weiterentwickelt, damit sie wieder in das System reinkommen. Das hat auch gewirkt. So etwas funktioniert in einem Stadtstaat besser als in Flächenländern. Für mich ist es ein Ärgernis, dass im Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen viele Effekte gehemmt werden. Den Umgang mit Schulabbrechern halte ich für gesamtgesellschaftlich enorm relevant. Da schauen wir zu wenig hin. Was wir vorne nicht investieren, müssen wir hinten deutlich teurer bezahlen.

Zum Interview auf bpb.de

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