1. Home
  2. Presse
  3. In den Medien
  4. IW-Konjunkturampel: Beruhigung auf hohem Niveau
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Michael Grömling in den VDI-Nachrichten Gastbeitrag 28. Mai 2018

IW-Konjunkturampel: Beruhigung auf hohem Niveau

In Deutschland, aber auch in anderen großen Euroländern, sind die Konjunkturmeldungen weit weniger anregend als im vergangenen Jahr, schreibt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling in seinem monatlichen Gastbeitrag zur Konjunktur in den vdi-Nachrichten.

Das Grün in der IW-Konjunkturampel hat sich in den letzten Monaten Stück für Stück verflüchtigt. In der Mai-Ampel leuchten für Deutschland nur noch zwei Felder grün – und signalisieren somit für die entsprechenden Indikatoren eine signifikante Verbesserung.

Zum Vergleich: Im Februar 2018 waren noch sieben Felder grün gefärbt. Was ist da los? Kippt etwa die Konjunktur? Die Industrie hat in Deutschland im vergangenen Jahr für kräftige Wachstumsimpulse gesorgt. Wegen ihrer hohen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung ist sie hierzulande nach wie vor der konjunkturelle Taktgeber. Bevorstehende gesamtwirtschaftliche Aufschwünge und Abschwünge lassen sich meistens an der Industriedynamik erkennen.
 

Inhaltselement mit der ID 3870 Inhaltselement mit der ID 3871

In den letzten Monaten sorgen die Meldungen aus der Industrie eher für Vorsicht: Die industriellen Auftragseingänge und die Industrieproduktion werfen abwechselnd nur noch gelbe oder rote Signale.

Auch beim Einkaufsmanagerindex ist seit geraumer Zeit keine Verbesserung mehr zu erkennen. Sind das handfeste Anzeichen für eine Trendwende hin zu einem Industrieabschwung?

Einerseits verdichten sich einige Sorgen mit Blick auf das internationale Umfeld. Auch für den Euroraum, die USA und China verlagerten sich die Felder der IW-Konjunkturampel in den letzten Monaten weg vom grünen und größtenteils hin zum gelben Bereich. Protektionismus und das angekündigte Investitionsprogramm haben jedenfalls keine breite Konjunkturbelebung in den USA ausgelöst.

Zwar legte die US-Industrie zuletzt zu. Die gesamtwirtschaftliche Investitionstätigkeit ist aber zurückhaltend. Der Konsum tritt auf der Stelle. In China ist das Konjunkturbild merklich moderater als im vergangenen Jahr. Die Industrie stagniert. Arbeitsmarkt und Konsum treten ebenfalls auf der Stelle.

Das für China wichtige Exportgeschäft scheint aber noch gut zu laufen. Die Erholung im Euroraum hat dagegen ebenfalls etwas an Kraft eingebüßt. Das liegt natürlich auch am großen Gewicht, mit dem sich die schwächelnden deutschen Konjunkturindikatoren hier niederschlagen.

Aber auch aus anderen großen Euroländern sind die Konjunkturmeldungen weit weniger anregend als im vergangenen Jahr. Die weltpolitische Lage hat es also offensichtlich geschafft, dass sich der in den letzten Jahren breitmachende Optimismus zurückbildet.

Andererseits bewegt sich Deutschland wirtschaftlich gesehen auf einem sehr hohen Niveau. Die Produktionskapazitäten sind gut ausgelastet. Die Lage am Arbeitsmarkt ist beeindruckend – die Beschäftigung steigt und die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück. Eigentlich könnte in manchen Bereichen – zum Beispiel am Bau – sogar noch mehr gehen, fänden die Unternehmen ausreichend qualifizierte Fachkräfte.

Wir sehen derzeit nicht, dass die Konjunktur in Deutschland ernsthaft kippt. Es handelt sich vielmehr um eine Beruhigung auf einem hohen Niveau.

Mehr zum Thema

Artikel lesen
„Es bleibt nur bei Stichworten“
Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast Audio 23. Februar 2024

Jahreswirtschaftsbericht: „Es bleibt nur bei Stichworten“

Der wirtschaftspolitische Jahresbericht 2023 von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist da, aber die wirklichen Antworten fehlen. IW-Direktor Michael Hüther und HRI-Präsident Bert Rürup holen das im Handelsblatt-Podcast „Economic Challenges“ nach und ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther im Podcast „Die Wochentester” Audio 22. Februar 2024

Werden wir unseren Wohlstand an das Ausland verlieren?

Im Podcast „Die Wochentester” warnt IW-Direktor Michael Hüther vor den erheblichen Auswirkungen einer Rezession mit Produktionsausfällen von einem Jahr und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf bis zu drei Millionen.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880