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Gastbeitrag 9. Juni 2020 Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung

IMP-Index: Metallpreise fast wieder auf Vor-Corona-Niveau

In der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 sind die Metallpreise im Schnitt um die Hälfte gefallen. Im Vergleich dazu zeigen sich die Märkte in der Corona-Krise verblüffend stabil, schreibt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt in einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung.

Nach dem kräftigen Rückgang des Industriemetallpreis- Index (IMP-Index) um 6,2% im März auf 339,5 hat sich das Preisniveau wieder erholt. Nach den Anstiegen um 0,9% im April und zuletzt 3,6% im Mai liegt das Preisbarometer nun mit 354,9 Punkten nur noch leicht unter dem Februar-Wert von 362,1.

Der IMP-Index, der monatlich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ermittelt wird und die Rohstoffpreise aus Perspektive der verarbeitenden Industrie in Deutschland abbildet, schwankt seit Anfang 2017 um die Marke von 350 Punkten. Gemessen daran hat die Corona-Krise noch keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Umgekehrt ergibt sich aus den relativ stabilen Metallkosten auch keine Entlastung für die verarbeitenden Unternehmen, wie dies in der Krise von 2008/09 der Fall war.

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Eisenerz deutlich teurer

Um die Sicht der heimischen industriellen Verarbeiter von Metallen abzubilden, fließt neben den gewichteten Marktpreisen der Metalle auch der Euro-Dollar-Kurs in die Indexwertermittlung ein. Die leichte Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar hatte die Metalle im April für deutsche Kunden etwas teurer gemacht; aber auch dieser Effekt ist inzwischen weitestgehend ausgeglichen. Zuletzt kam es zu einer geringfügigen Aufwertung, so dass Importe wieder marginal günstiger wurden. Ohne diesen Effekt wäre das Preisniveau im Mai nicht um 3,6 %, sondern um 4,0% gestiegen.

Für die inländischen Verarbeiter, die in Euro rechnen, sind im Mai fast alle Metalle teurer geworden. Ausnahmen sind lediglich Blei, dessen Preis um gut 2% gefallen ist, und das unverändert notierte Indexschwergewicht Aluminium. Die stärksten Mehrkosten verzeichnete Eisenerz mit einem Plus von gut 10 %. Silber verteuerte sich um rund 7,5 %. Die anderen Metalle (Kupfer, Nickel, Zinn und Zink) legten zwischen 2,5 und 3,5% zu. Unterdurchschnittlich entwickelte sich die vermeintlich sichere Anlage Gold, die gerade einmal um 1,5% zulegte.

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