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Hubertus Bardt in der Börsenzeitung Gastbeitrag 10. Januar 2020

Industriemetallpreis-Index: Eisen und Nickel hart, Zink und Zinn weich

Nach einem dynamischen Start ins Jahr 2019 hat sich das Preisniveau für die wichtigsten industriell genutzten Metalle kaum noch verändert, schreibt IW-Wissenschaftsleiter Hubertus Bardt in einem Gastbeitrag für die Börsenzeitung.

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Seit dem Februar des vergangenen Jahres bewegt sich der Industriemetallpreisindex (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft in einem recht engen Band zwischen 350 und 370 Punkten. Der monatliche Index bildet die Kostenposition der Metallverarbeiter in Deutschland und basiert auf den in Euro bewerteten Weltmarktpreisen der wichtigsten Metalle. Auch im Zehn-Jahres-Vergleich war 2019 nicht auffällig und bewegt sich im Mittelfeld zwischen den Höchst- und Tiefwerten der letzten Jahre. Das Dekaden- Minimum lag im Januar 2016 bei 260,4 Punkten, der Höchstwert im Februar 2011 bei 447,6 Punkten. Einen Sprung machten die Metallpreise in den ersten Monaten. Zwischen Januar und Februar stieg der IMP-Index um über 20 Punkte auf 251 Punkte an, was allein mehr als die Hälfte des Jahresplus ausgemacht hat. Damit wurde der Preisrückgang aus dem Sommer 2018 wieder ausgeglichen und eine Phase günstigerer Metalle beendet. Im weiteren Verlauf brachte das Jahr eine Seitwärtsbewegung, die durch spürbare, aber immer schnell wieder ausgeglichene Veränderungen rund um die 360-Punkte-Marke mit nur leicht steigender Tendenz charakterisiert war.

Gold und Silber glänzen

Während der IMP-Index im Vorjahresvergleich um 11,3% angestiegen ist, gab es bei den einzelnen Metallen deutliche Unterschiede. Spitzenreiter war Eisenerz, das sich auf Euro-Basis innerhalb eines Jahres um 37,3% verteuerte. Auch bei Nickel (+30,7 %) kam es zu erheblichen Aufschlägen, ebenso bei den Edelmetallen Gold (+21,2 %) und Silber (+18,8 %). Bei den Edelmetallen dürften die gestiegenen internationalen Unsicherheiten und die davon ausgelöste Nachfrage nach sicheren Anlagen eine wichtige Rolle gespielt haben. Unterdurchschnittlich hat sich lediglich Kupfer verteuert, für das in Euro gerechnet heute 2,5%mehr ausgegeben werden müssen als vor einem Jahr. Auf der anderen Seite gab es Metalle mit erheblichen Preisrückgängen. So kostet Zink heute 11,0% und Zinn 8,8% weniger als Ende 2018. Auch Aluminium (-5,5 %) und Blei (-1,3 %) sind etwas günstiger geworden. Auch unterjährig gab es bei einigen Metallen erhebliche Schwankungen. So lag der Höchstpreis der letzten zwölf Monate sowohl bei Eisenerz als auch bei Nickel rund 60% über der geringsten Notierung. Besonders stabil war am anderen Ende der Skala das wirtschaftlich wichtige Kupfer. Hier lagen Höchst- und Niedrigstpreis lediglich 6% auseinander.

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Am aktuellen Rand stand für den IMP-Index ein leichter Anstieg auf 363,2 Punkte. Mit dem Plus von 5 Punkten oder 1,4% wurde im Dezember der fast ebenso große Rückgang aus dem Vormonat wieder ausgeglichen. Der Index liegt weiterhin in dem engen Band, in dem sich die Metallpreise schon in den letzten Monaten bewegt haben. Die einzelnen Metalle haben sich jedoch deutlich bewegt. Ein klares Plus stand im Dezember vor allem bei Eisenerz, das nach den starken Schwankungen des Jahres erneut um 8,4% angestiegen ist. Auch Kupfer (+3,1 %) und Zinn (+4,3 %) haben zum Jahresende zugelegt. Stark zurückgegangen ist auf der anderen Seite Nickel. Nach den massiven Schwankungen des Jahres steht zuletzt ein Minus von 9,4 %. Blei (-6,5 %) und Zink (-6,8 %) wurden im Dezember ebenfalls deutlich billiger. Aluminium und Silber blieben mit -0,7% nahezu konstant, Gold war sogar vollkommen stabil.

Neben den Rohstoffmärkten sind aus Perspektive der deutschen und europäischen Verarbeiter auch die Austauschverhältnisse zwischen Dollar und Euro relevant. Die leichte Aufwertung des Euro hat im Dezember einen höheren Anstieg der Metallkosten verhindert. Bei konstantem Wechselkurs wäre der IMP-Index statt um 1,4% um 2,0% auf dann 365,3 Punkte angestiegen.

Im gesamten Jahresverlauf 2019 ist der Euro hingegen gegenüber dem Dollar leicht abgewertet worden. Wäre der Wechselkurs auf dem Wert von letztem Dezember geblieben, hätte sich der Index von 326,4 Punkten im Dezember 2018 auf 354,6 Punkte Ende 2019 erhöht – und nicht auf die real gemessenen 363,2 Punkte. Der Anstieg um 11,3% im Jahresverlauf 2019 geht damit zu drei Vierteln auf die Entwicklungen auf den globalen Metallmärkten zurück und zu einem Viertel auf die Devisenmärkte.

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