In der Europäischen Union wurde das Vorjahresergebnis um gut 14 Prozent unterschritten. Die stärksten Einbrüche gab es dabei in Spanien (–22 Prozent), Frankreich (–19 Prozent) und Italien (–17 Prozent). In Deutschland sank das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um gut 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vereinigten Königreich lag die Wirtschaftsleistung um über 20 Prozent, in den USA um knapp 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Sommermonate 2020 brachten eine ausgeprägte konjunkturelle Erholung in vielen Industrieländern – auch angestoßen durch umfangreiche und milliardenschwere fiskal- und geldpolitische Impulse. Diese brauchen aber Zeit und zuletzt zeigte sich auch, dass sich das anfängliche Erholungstempo nicht halten lies. Die Verbesserungen schlagen sich erst allmählich in der IW-Konjunkturampel nieder. Bei einigen Indikatoren ist deshalb noch keine Verbesserung angezeigt, weil die Erholungen in den letzten drei Monate noch nicht ausreichten, um die Einbrüche der vorhergehenden drei Monate auszugleichen. 
Die bis zum aktuellen Rand anhaltenden Ansteckungen, wie in den USA, Brasilien oder Indien, sowie das Wiederansteigen in europäischen Ländern können das Erholungspotenzial wieder abbremsen. Die jetzigen Infektionen sind zwar in ihrer gesundheitlichen Bedeutung und Wirkung auf das Gesundheitssystem offenbar nicht mit denen der ersten Welle zu vergleichen. Allerdings bleibt es abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen im Winterhalbjahr 2020/2021 entwickeln wird und welche gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Einschränkungen damit einhergehen können. 
Als Ausnahme kann derzeit China gesehen werden. Das Infektionsgeschehen, die Beeinträchtigungen und die Trendwende traten dort früher auf als in den anderen Ländern. Die Staatswirtschaft hat die Gesundheitskontrolle und das Wiederanspringen der Wirtschaft stark dirigiert.