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Wido Geis / Anja Katrin Orth IW-Report Nr. 9 30. März 2016 Regionale Fachkräftesicherung durch Zuwanderung
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Regionale Fachkräftesicherung durch Zuwanderung
Wido Geis / Anja Katrin Orth IW-Report Nr. 9 30. März 2016

Regionale Fachkräftesicherung durch Zuwanderung

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Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnt Zuwanderung als Teil einer gezielten Fachkräftesicherungspolitik zunehmend an Bedeutung. So können bereits heute viele inländische Unternehmen nicht alle ihre offenen Stellen mit einheimischen Fachkräften besetzen. Allerdings stellt sich die Situation regional sehr unterschiedlich dar. Während sie in Süddeutschland besonders angespannt ist, stehen dem Arbeitsmarkt in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet noch relativ große ungenutzte Potenziale zur Verfügung. Dies wird sich jedoch in den nächsten Jahren ändern, da insbesondere in Ostdeutschland sehr viele ältere Erwerbstätige aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden werden, sodass auch hier ein zunehmender Bedarf an zugewanderten Fachkräften besteht.

Betrachtet man die Verteilung der Nettozuwanderung aus dem Ausland im Jahr 2013 nach Kreisen, so zeigen sich drei Schwerpunkte, nämlich bei Kreisen, die über größere Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende verfügen, an der West- und Südgrenze Deutschlands liegen, insbesondere nahe zu Luxemburg und zur Schweiz, und in den Großräumen München, Rhein-Neckar und Rhein-Main. In letztgenannten Gebieten lebten am 31.12.2014 auch besonders viele Drittstaatenangehörige mit befristeten Aufenthaltstiteln zur Erwerbstätigkeit, was darauf hindeutet, dass diese bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland bereits heute sehr erfolgreich sind. Hingegen ist ihr Anteil in Ostdeutschland mit Ausnahme Berlins relativ niedrig. Auch leben hier unterdurchschnittlich wenige Neuzuwanderer aus den anderen EU-Ländern, sodass der Beitrag der Zuwanderung zur Fachkräftesicherung in diesen, in den nächsten Jahren besonders vom demografischen Wandel betroffenen Regionen bisher relativ gering ist.

Um auch für die Regionen genügend Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, die besonders von demografischen Wandel betroffen, aber weder wirtschaftsstark sind, noch über starke Migrantennetzwerte verfügen, muss an verschiedenen Ebenen angesetzt werden. So sollten regionale Unterschiede, zum Beispiel im Hinblick auf die Einkommensniveaus, bei der Gestaltung des rechtlichen Rahmens für die Erwerbsmigration stärker berücksichtigt werden. Zudem sollten für die Erwerbs- und Bildungszuwanderung in diese Regionen spezielle Förderprogramme aufgelegt werden und die Auslandsrekrutierung regionaler Arbeitgeber gefördert werden. Auch wären gezielte Informationsangebote über Leben und Wohnen in diesen Regionen für Zuwanderungsinteressierte und ein verstärkter Austausch zwischen diesen Regionen und möglichen Herkunftsregionen sinnvoll.

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Wido Geis / Anja Katrin Orth IW-Report Nr. 9 30. März 2016

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