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IW-Report Nr. 3 5. Februar 2018 Wido Geis / Anja Katrin Orth Determinanten des Übergangs zu erstem, zweitem und drittem Kind: Frühe Eltern entscheiden sich für größere Familien

Der demografische Wandel stellt Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland vor große Herausforderungen. Kurzfristig gilt es, möglichst alle inländischen Arbeitskräftepotenziale zu aktivieren und gezielt Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Langfristig sollte allerdings auch darauf hingewirkt werden, die Geburtenrate in Deutschland zu erhöhen, indem die Politik bessere Rahmenbedingungen für Mehrkindfamilien schafft.

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Frühe Eltern entscheiden sich für größere Familien
IW-Report Nr. 3 5. Februar 2018 Wido Geis / Anja Katrin Orth

Determinanten des Übergangs zu erstem, zweitem und drittem Kind: Frühe Eltern entscheiden sich für größere Familien

IW-Report

Wido Geis / Anja Katrin Orth Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der demografische Wandel stellt Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland vor große Herausforderungen. Kurzfristig gilt es, möglichst alle inländischen Arbeitskräftepotenziale zu aktivieren und gezielt Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Langfristig sollte allerdings auch darauf hingewirkt werden, die Geburtenrate in Deutschland zu erhöhen, indem die Politik bessere Rahmenbedingungen für Mehrkindfamilien schafft.

Um dem demografischen Wandel in Deutschland nachhaltig entgegenzuwirken, könnten mehr junge Menschen dafür gewonnen werden, sich für das erste, zweite, dritte und weitere Kinder zu entscheiden. Allerdings ist trotz jahrelanger intensiver Forschung zu diesem Thema nach wie vor nicht vollständig klar, welche Faktoren dabei fördernd oder hemmend wirken.

Ein zentrales Problem ist hierbei, dass sich die Rahmenbedingungen für das Familienleben und damit auch mögliche Determinanten für die Entscheidung über Kinder, wie das Einkommen, mit der Geburt des Kindes ändern. Daher wird im vorliegenden Beitrag mit Hilfe des Sozio-ökonomischen Panels die Situation von Personen, die sich erst in den Folgejahren für oder gegen erste und weitere Kinder entschieden haben, verglichen. Da hier allerdings insbesondere die Abgrenzung der Beobachtungsgruppen eine Herausforderung darstellt, wird das Verfahren nur angewandt, sofern sich die betrachteten Größen über die Zeit verändern können. Ist dies, wie beim Alter bei der ersten Geburt, nicht der Fall, erfolgt eine einfachere Ex-Post-Betrachtung von Eltern die ihre fertile Phase bereits abgeschlossen haben.

Es zeigt sich, dass das Timing der Geburten von großer Bedeutung für die letztendliche Familiengröße ist. So haben 59 Prozent der Mütter im Alter zwischen 40 und 54 Jahren mit drei und mehr Kindern ihr erstes Kind im Alter unter 25 Jahren bekommen aber nur 28 Prozent der Mütter mit einem Kind. Auch liegt der Altersabstand zwischen dem ersten und zweiten Kind unter drei Jahren bei 51 Prozent bei Müttern mit drei und mehr Kindern, aber nur bei 31 Prozent bei Mütter mit zwei Kindern. Für die Familiengründung ist darüber hinaus eine verfestigte Partnerschaft von großer Bedeutung. So lebten 67 Prozent der im Jahr 2010 zwischen 25 und 29 Jahre alten, kinderlosen Frauen, die bis 2015 ihr erstes Kind bekommen haben, zu diesem Zeitpunkt mit einem Partner in einem Haushalt, während dies nur auf 37 Prozent derer zutraf, die kein Kind bekommen haben. Ein weiterer Faktor ist der soziale Hintergrund. So bekommen insbesondere Migranten und Personen, die selbst mehrere Geschwister haben, drei und mehr Kinder.

Für die Politik lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, dass einerseits Rahmenbedingungen geschaffen werden sollten, die es Paaren leicht machen, sich bereits früh für erste und weitere Kinder zu entscheiden, und andererseits darauf hingearbeitet werden sollte, dass eine vergleichsweise frühe Elternschaft und große Familien mit drei und mehr Kinder in der öffentlichen Wahrnehmung stärker sichtbar werden.

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Wido Geis / Anja Katrin Orth: Frühe Eltern entscheiden sich für größere Familien – Determinanten des Übergangs zu erstem, zweitem und drittem Kind

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