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IW-Kurzbericht Nr. 25 10. März 2025 Susanne Seyda / Edgar Schmitz/ Thomas Schleiermacher Was die neue Bundesregierung zur Sicherung des Wohlstands tun sollte – Die Sicht der Unternehmen

Die Unternehmen sehen großen Handlungsbedarf bei der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und der Verkehrsinfrastruktur. Gleichermaßen wünschen sie sich eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Demokratie.

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Was die neue Bundesregierung zur Sicherung des Wohlstands tun sollte – Die Sicht der Unternehmen
IW-Kurzbericht Nr. 25 10. März 2025 Susanne Seyda / Edgar Schmitz/ Thomas Schleiermacher

Was die neue Bundesregierung zur Sicherung des Wohlstands tun sollte – Die Sicht der Unternehmen

Susanne Seyda / Edgar Schmitz/ Thomas Schleiermacher Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Unternehmen sehen großen Handlungsbedarf bei der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und der Verkehrsinfrastruktur. Gleichermaßen wünschen sie sich eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Demokratie.

Die demografische Alterung, der Trend zur Deglobalisierung, die angestrebte Dekarbonisierung, die Digitalisierung und die äußere Sicherheit stellen die Gesellschaft vor Aufgaben, von denen jede einzelne als herausfordernd zu bezeichnen ist (Hüther, 2025).

Um in diesen Zeiten handlungsfähig zu bleiben, Zukunft gestalten zu können und den Wohlstand zu wahren, ist es wichtig zu wissen, welche Bedürfnisse Menschen und Unternehmen haben und wie sie diese gewichten. Für die Unternehmen zeigen die Daten des IW-Zukunftspanels Winter/Frühjahr 2025, was die neue Bundesregierung aus Unternehmenssicht tun sollte, um den Wohlstand in Deutschland zu sichern. Dabei konnten die befragten Geschäftsführerinnen und -führer aus einer Liste von 13 Politikfeldern die aus ihrer Sicht fünf wichtigsten Felder auswählen und ein Ranking nach deren Bedeutung vornehmen (s. Abbildung).

An erster Stelle steht aus Sicht der Unternehmen die Reform der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, um deren Kosten einzudämmen. Dies spiegelt den Wunsch der Unternehmen nach einer Reduktion der Lohnnebenkosten wider – von dem die Arbeitgeber durch einen Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit profitieren würden und die Beschäftigten durch ein höheres Nettogehalt.

Auf Platz 2 folgt die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur. Hier geht es sowohl um eine ausreichende finanzielle Ausstattung für Sanierung und Neubau als auch um eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Insbesondere den Logistikunternehmen und dem Großhandel bereitet dieses Thema große Sorgen.

Die Maßnahme, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie zu stärken, landet auf dem dritten Platz. Dabei ranken 15 Prozent der Unternehmen die Stärkung von Zusammenhalt und Demokratie als ein sehr wichtiges Thema, nur die Kosten der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung rangieren als erstgenanntes Thema mit 19 Prozent noch darüber. Dies spiegelt die Sorge der Unternehmen vor einer Gefährdung der Sozialen Marktwirtschaft, die auf Demokratie und Freiheit fußt, wider (Diermeier et al., 2025).

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Dass wir in zunehmend unruhigen Zeiten leben, spüren auch die Unternehmen. Etwa 40 Prozent der Unternehmen sehen in der Verteidigungsfähigkeit und Cybersicherheit sowie der Stärkung der Position Europas in der internationalen Politik wichtige Vorschläge. Zur Einordnung soll erwähnt sein, dass die Umfrage am 13. Februar endete – also einen Tag vor der 61. Münchner Sicherheitskonferenz 2025. Angesichts der darauffolgenden und aktuellen internationalen Debatten um Friedenslösungen in der Ukraine, der Höhe der Nato-Beitragszahlungen und der veränderten Bedeutung von multinationalen Abkommen dürften die Themen Verteidigung und Stärkung der Rolle Europas einen Bedeutungszuwachs erfahren haben.

Die Fachkräftesicherung spielt auf den ersten Blick, wenn man betrachtet, wie oft sie zu den wichtigsten fünf Maßnahmen gezählt wird, eine überraschend geringe Rolle (rund 38 Prozent). Knapp 9 Prozent der Unternehmen nennen die Fachkräftesicherung durch Bildungsinvestitionen und qualifizierte Zuwanderung jedoch als wichtigsten Vorschlag – und damit wird sie am dritthäufigsten zur wichtigsten Maßnahme erklärt. Hiervon besonders betroffen ist die Bauwirtschaft.

Es zeigt sich über die Unternehmen unterschiedlicher Größe hinweg bei vielen Vorschlägen eine recht homogene Einschätzung. Unterschiede zeigen sich bei der Bedeutung der Fachkräftesicherung, die für die Großunternehmen ab 250 Beschäftigten eine bedeutendere Rolle spielt als für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU). Auch eine Ausweitung der Arbeitszeit wird – vielleicht gerade wegen des Fachkräftemangels – von Großunternehmen häufiger als wohlstandsfördernd gesehen als von KMU.

Ähnlich sieht es bei der Bedeutung internationaler Handelsabkommen und der Förderung von Zukunftstechnologien aus – auch hier sehen größere Unternehmen häufiger ein wichtiges Handlungsfeld für die Politik. Bei diesen beiden Handlungsfeldern zeigen sich am deutlichsten unterschiedliche Einschätzungen der Branchen: Die Förderung von Zukunftstechnologien ist für die Chemische Industrie und für die Energie- und Wasserversorger und Entsorger von größerer Bedeutung, während die internationalen Handelsabkommen von Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Elektroindustrie und Fahrzeugbau wichtiger bewertet werden als im Durchschnitt aller Unternehmen.

In vielen anderen Feldern – insbesondere bei der Verteidigungsfähigkeit, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Rolle Europas in der Welt findet sich eine große Einigkeit in der Unternehmerschaft und damit auch ein klarer Appell an die neue Bundesregierung.

Das IW-Zukunftspanel

Die Daten basieren auf der Unternehmensumfrage des IW-Zukunftspanels Winter/Frühjahr 2025. An der Befragung vom 15.01. bis 13.02.2025 haben 1.076 Geschäftsführerinnen und -führer von Unternehmen aus den Branchen der Industrie und der unternehmensnahen Dienstleistungen mit mindestens einem Beschäftigten teilgenommen.

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IW-Kurzbericht Nr. 25 10. März 2025 Susanne Seyda / Edgar Schmitz/ Thomas Schleiermacher

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