Die Dekarbonisierung der Wirtschaft wird zu einem zentralen Treiber des Strukturwandels auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Lohneffekte der Dekarbonisierung: Gehören stark exponierte Beschäftigte zu den Verlierern im Strukturwandel?
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die Dekarbonisierung der Wirtschaft wird zu einem zentralen Treiber des Strukturwandels auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Im Untersuchungszeitraum 2014 bis 2019 hat sich dies noch nicht auf die Löhne besonders betroffener Beschäftigter ausgewirkt, wie eine empirische Analyse auf Basis der Stichprobe der integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) zeigt. Ihre durchschnittlichen Tagesentgelte sind im Ausgangsjahr grundsätzlich niedriger als in anderen Wirtschaftsbereichen. Dies gilt im Grunde auch unabhängig davon, ob die Beschäftigten im Folgejahr noch im gleichen Betrieb arbeiten oder zu einem anderen gewechselt sind. Wechseln besonders exponierte Arbeitskräfte aber den Betrieb und waren zwischendurch mehr als 60 Tage arbeitslos, sind sie jedoch mit Blick auf den neuen Tageslohn im Zeitablauf sogar etwas besser bezahlt worden als nicht exponierte Beschäftigte mit vergleichbaren Arbeitslosigkeitsperioden. Dies hat auch dazu beigetragen, dass die Lohnlücke zwischen Betriebswechslern mit einer solchen mittellangen Arbeitslosigkeitsdauer und der Kontrollgruppe zwischen 2014 und 2019 um 0,025 log- oder 2,5 Prozentpunkte gesunken ist. Erstere verdienten im Jahr 2014 noch 0,256 log-Punkte weniger als vergleichbare Vollzeitbeschäftigte in der Kontrollgruppe, die im alten Betrieb verweilten oder vor der Beschäftigung zum Beobachtungszeitpunkt maximal 60 Tage arbeitslos gewesen sind. Im Jahr 2019 ist die Differenz auf 0,231 log-Punkte zurückgegangen. Die Dekarbonisierung liefert ferner bei der Betrachtung einzelner Jahre insgesamt noch keinen eigenständigen signifikanten Erklärungsbeitrag für die Lohnunterschiede zwischen den beiden Gruppen.
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