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IW-Report Nr. 19 6. Mai 2026 Stefanie Seele / Oliver Stettes Betriebliche Herausforderungen im ökologischen Wandel aus Beschäftigtensicht

Gut vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind der Überzeugung, dass das eigene Unternehmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren durch Umwelt- und Klimaschutzauflagen unter starken Veränderungsdruck gerät.

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Eine empirische Analyse der IW-Beschäftigtenbefragung 2024
IW-Report Nr. 19 6. Mai 2026 Stefanie Seele / Oliver Stettes

Betriebliche Herausforderungen im ökologischen Wandel aus Beschäftigtensicht

Stefanie Seele / Oliver Stettes Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Gut vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind der Überzeugung, dass das eigene Unternehmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren durch Umwelt- und Klimaschutzauflagen unter starken Veränderungsdruck gerät.

Dies zeigen empirische Befunde aus der IW-Beschäftigtenbefragung 2024. Besonders betroffen sind Beschäftigte in dekarbonierungsexponierten Branchen, in denen die Emissionsintensität der Wertschöpfung hoch und gleichzeitig auch deutlich abgenommen hat. Das Gros der Befragten (70 Prozent) sieht das eigene Unternehmen gut in Sachen Umwelt- und Klimaschutz aufgestellt. Dies ist insbesondere dann, wenn die betrieblichen Maßnahmen in diesen Bereichen in den vorausgegangenen zwei Jahren ausgeweitet worden sind (86 Prozent). Knapp die Hälfte der Beschäftigten berichtet über ein ausgeweitetes Engagement beim Umwelt- und Klimaschutz.

Ein erwarteter starker Veränderungsdruck im Unternehmen wird von den Beschäftigten ambivalent gesehen. Er geht teils mit einer optimistischen und teils mit einer pessimistischen Einschätzung einher. Wer hingegen sein Unternehmen gut aufgestellt sieht oder über ein gestiegenes Engagement berichtet, blickt optimistisch darauf, dass sich durch gesetzliche Auflagen eher Chancen für den eigenen Betrieb eröffnen. Knapp drei von zehn Beschäftigten teilen diese Auffassung. Das liegt auch daran, dass ein gestiegenes betriebliches Umwelt- und Klimaschutzengagement positiv mit Merkmalen korreliert, die gelingende betriebliche Transformationsprozesse auszeichnen. Letzteres bedeutet, dass den Betroffenen einer wesentlichen Umstrukturierung im eigenen Arbeitsumfeld die Notwendigkeit und die Ziele der Reorganisation durch die Geschäftsführung klar vermittelt wurden, sie sich mit eigenen Ideen einbringen konnten, sie sich unterstützt und in ihren bisherigen Leistungen wertgeschätzt gefühlt haben. Geschäftsführungen können demnach mithilfe gut gestalteter betrieblicher Transformationsprozesse die Akzeptanz von Umwelt- und Klimaschutz auf betrieblicher Ebene fördern.

Aber auch dort, wo keine größeren Reorganisationsprozesse erlebt wurden, hat sich das Arbeitsumfeld aus Sicht derjenigen Beschäftigten verbessert, die über ein stärkeres betriebliches Engagement in Sachen Umwelt- und Klimaschutz berichten. Im Unterschied zu den positiven Erfahrungen aus den erlebten wesentlichen Umstrukturierungen gehen die Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen nicht zwingend mit einem optimistischen Blick auf die Herausforderungen einher, die die Beschäftigten künftig aufgrund von Umwelt- und Klimaschutzauflagen erwarten.

Dies zeigt sich am deutlichsten, wenn größere Entscheidungsspielräume bei der Gestaltung der eigenen Arbeit gewährt werden. Diese gehen mit einer höheren Arbeitszufriedenheit, einem stärkeren Engagement und einem besseren Wohlbefinden einher. Größere Entscheidungsspielräume erhöhen aber nicht nur signifikant die Wahrscheinlichkeit, in Umwelt- und Klimaschutzauflagen eher eine Chance für das eigene Unternehmen zu sehen, sondern auch ein Risiko. Umgekehrt verbinden Beschäftigte, bei denen sich die Entscheidungsmöglichkeiten verringert haben, mit den ökologischen Anforderungen ebenso gleichermaßen häufiger Chancen und Risiken. Dieses ambivalente Bild könnte darauf zurückzuführen sein, dass eine Gruppe der Beschäftigten von der Bedeutung des eigenen aktiven Handelns für eine erfolgreiche Umsetzung des ökologischen Wandels im eigenen Unternehmen überzeugt ist. Die andere Beschäftigtengruppe mag die gestiegenen Gestaltungsmöglichkeiten hingegen als Vorbereitung für kommende herausfordernde Aufgaben sehen, bei denen sie skeptisch ist, ob es gelingt, diese erfolgreich zu bewältigen.

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Eine empirische Analyse der IW-Beschäftigtenbefragung 2024
IW-Report Nr. 19 6. Mai 2026 Stefanie Seele / Oliver Stettes

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