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Ralph Henger / Michael Voigtländer Gutachten 18. März 2022 Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Sorgen vor dem Zinsschock

Die 1. Befragung der Immobilienunternehmen im Jahr 2022 im Rahmen des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) fand diesmal teils vor und teils nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine statt. Das Immobilienklima trübt sich im Vergleich zum Vorquartal ein und sinkt um 1,6 Punkte auf 30,7.

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Sorgen vor dem Zinsschock
Ralph Henger / Michael Voigtländer Gutachten 18. März 2022

Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Sorgen vor dem Zinsschock

Gutachten im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

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Die 1. Befragung der Immobilienunternehmen im Jahr 2022 im Rahmen des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) fand diesmal teils vor und teils nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine statt. Das Immobilienklima trübt sich im Vergleich zum Vorquartal ein und sinkt um 1,6 Punkte auf 30,7.

Die Lage wird mit einem Wert von 66,7 immer noch als sehr gut eingeschätzt, aber die Erwartungen sind nun zum ersten Mal seit dem vierten Quartal 2019 wieder negativ (-0,4). Betrachtet man nur die Antworten, die nach Kriegsbeginn am 24.2.2022 abgegeben wurden, sind die Erwartungen noch einmal schlechter, der Wert beträgt dann -13,3. Allerdings haben nur rund ein Fünftel der Befragten nach dem 24.2. geantwortet. Neben dem Ukraine-Krieg sind vor allem Sorgen über schlechtere Finanzierungsbedingungen für die eingetrübten Erwartungen maßgeblich. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Im Bürosektor ist das Immobilienklima entgegen dem Trend auf einen Wert von 49,3 gestiegen. Wir messen ein Plus von 5,5 gegenüber dem Vorquartal. Während sich die Bewertung der Lage kaum geändert hat, liegen die Erwartungen durch einen Anstieg um 12,2 Punkte auf 24,3 Punkte nun deutlich höher. Die Aussicht auf ein Ende der Pandemie und die wieder ansteigenden Vermietungszahlen dürften maßgeblich für den gestiegenen Optimismus sein.
  • Im Handelsimmobiliensektor verbesserte sich das Immobilienklima von 36,4 auf 40,5. Hierbei gibt es aber sehr gegenläufige Effekte: Während die Geschäftslage schlechter als im Vorquartal bewertet wurde, gab es bei den Erwartungen einen Sprung nach oben. Auch im Fall des Einzelhandels dürfte das nahende Ende eines Großteils der Corona-Einschränkungen ab dem 20.3.2022 für Zuversicht sorgen, da so im stationären Handel wieder mit steigenden Umsätzen gerechnet werden kann. Tatsächlich ist der Erwartungswert derzeit so hoch wie zuletzt im 1. Quartal 2015 – allerdings jetzt ausgehend von einer insgesamt schlechteren Geschäftslage.
  • Im Wohnsegment ist das Immobilienklima nach dem sehr starken Anstieg im Vorquartal um 4,5 Punkte auf 22,6 gefallen. Der Lagewert bleibt dabei mit 59,8 fast unverändert, deutlich schlechter sind aber die Erwartungen, der Wert liegt bei -9,2. Neben den schlechteren Finanzierungsaussichten dürften vor allem die gestiegenen Energiepreise die Stimmung belasten.
  • Bei den Projektentwicklern gibt es die größten Veränderungen. Die Lage wird zwar im 1. Quartal 2022 deutlich besser bewertet (+20,8), aber die Erwartungen sind eingebrochen (-30,2 auf nun -25,2). Das Immobilienklima erreicht mit 19,7 einen Tiefpunkt. Tatsächlich bereiten die steigenden Baukosten in Kombination mit höheren Finanzierungskosten den Projektentwicklern Sorge. Insbesondere Vorverkäufe können sich bei stark steigendenden Kosten als belastend erweisen.
  • Bei der Sonderfrage wurden diesmal die Erwartungen zur Zinsentwicklung abgefragt. Die Unternehmen gehen durchschnittlich davon aus, dass der Zins für private Wohnungsbaufinanzierungen in 12 Monaten bei etwa 1,5 Prozent liegt. Außerdem wurde der Zins abgefragt, ab dem die Immobilienpreise kippen könnten. Dieser kritische Zins wurde im Durchschnitt mit 2,4 Prozent angeben. Angesichts derzeit deutlich steigender Zinsen wachsen somit auch die Sorgen der Marktteilnehmer.
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