Viele Menschen teilen den Wunsch, möglichst lange und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung und dem vertrauten Umfeld wohnen zu können. Im Fall eines Unfalls oder einer Erkrankung ist die eigenständige Lebensführung allerdings gefährdet.
Altersgerechter Wohnraum – Unterschätzte Herausforderung für Politik und Gesellschaft
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Viele Menschen teilen den Wunsch, möglichst lange und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung und dem vertrauten Umfeld wohnen zu können. Im Fall eines Unfalls oder einer Erkrankung ist die eigenständige Lebensführung allerdings gefährdet.
Durch die demografische Entwicklung altert die Gesellschaft, wodurch immer mehr Menschen unter Einschränkungen der körperlichen Mobilität leiden oder einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt sind. Eine altersgerechte Wohnung mit möglichst wenig Barrieren ist daher in vielen Fällen zur Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit oder zur Prävention erforderlich. Jedoch besteht in Deutschland eine Versorgungslücke bei barrierereduzierten Wohnungen. Einem Bedarf von etwa 3 Millionen Wohnungen steht lediglich ein Bestand von etwa 1 Million (Untergrenze) bis 1,2 Millionen (Obergrenze) Wohnungen gegenüber. So gibt es pro 100 Haushalte, die einen konkreten Bedarf an einer barrierereduzierten Wohnung haben, lediglich etwa 33 barrierereduzierte Wohnungen. Eine Lücke findet sich in unterschiedlicher Intensität in allen Bundesländern. Die tatsächliche Versorgungslage ist jedoch durch ein Allokationsproblem noch angespannter, denn die vorhandenen Wohnungen können auf dem freien Wohnungsmarkt auch von Haushalten ohne konkreten Bedarf nachgefragt und bewohnt werden. Zeitgleich bestehen strukturelle Markthemmnisse, die Investitionen in neue Bestände erschweren. Altersgerechtes Wohnen ist daher eine unterschätzte Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.
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