1. Home
  2. Studien
  3. Neue Herausforderungen für die Wohneigentumsbildung
Pekka Sagner / Michael Voigtländer Gutachten 19. Januar 2023 Neue Herausforderungen für die Wohneigentumsbildung

Ein Anstieg der Baukosten, die Energiekrise, eine Zinswende und eine prozyklisch agierende Wohnungspolitik stellen die Wohnungsmärkte vor große Herausforderungen.

PDF herunterladen
Gutachten
Neue Herausforderungen für die Wohneigentumsbildung
Pekka Sagner / Michael Voigtländer Gutachten 19. Januar 2023

Neue Herausforderungen für die Wohneigentumsbildung

Studie im Auftrag der Deutsche Reihenhaus AG

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Ein Anstieg der Baukosten, die Energiekrise, eine Zinswende und eine prozyklisch agierende Wohnungspolitik stellen die Wohnungsmärkte vor große Herausforderungen.

Der Anteil des erschwinglichen Wohnungsangebots hat sich im Jahr 2022 deutlich reduziert. Im Fall des Einfamilienhauses beispielsweise ist der Anteil des erschwinglichen Angebots für die einkommensstärksten 20 Prozent der Haushalte seit Beginn des Jahres von 62 Prozent auf 47 Prozent gesunken. Für einen Median-Einkommenshaushalt ist der Anteil von 40 auf 28 Prozent gefallen. Ähnliche Rückgänge zeigen sich auch für andere Objekttypen und Einkommensgruppen.

Die Veränderungen des Anteils an erschwinglichen Angeboten fällt in Großstadtregionen stärker aus. Im Mittel der Top-7-Städte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) hat sich der Anteil an erschwinglichen Ein- und Zweifamilienhäusern für die einkommensstärksten 20 Prozent der Haushalte halbiert (-54 Prozent). Auch in den an die Top-7 direkt angrenzenden Regionen hat sich der Anteil der erschwinglichen Inserate deutlich reduziert (-46 Prozent).

Die Zinswende hat Auswirkungen auf die Angebotssituation in öffentlich zugänglichen Inseratsplattformen. Seit Jahresbeginn 2022 sind die Angebotszahlen in Online-Inseratsplattformen deutlich angestiegen. Im Oktober 2022 waren deutschlandweit 60 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser und 41 Prozent mehr Eigentumswohnungen inseriert. Es gibt Hinweise darauf, dass höherpreisige Regionen stärker von Kaufzurückhaltung betroffen sind.

Die inserierten Kaufpreise sind trotz der Kaufzurückhaltung bisher weitestgehend stabil geblieben. Die Kaufzurückhaltung am Markt für Wohneigentum hat jedoch Auswirkungen auf den Mietwohnungsmarkt. Die durchbrochenen Umzugsketten der Mieterhaushalte in Eigentumsimmobilien erhöhen den Druck auf den Mietwohnungsmarkt zusätzlich, die inserierten Mietpreise stiegen in diesem Jahr wieder stärker als in den Vorjahren.

Die Wohnungspolitik muss reagieren. In der aktuellen Marktphase gilt es mehr denn je, aktive Wohneigentumspolitik zu gestalten. Hierzu gehören die Einführung einer progressiven Grunderwerbsteuer mit Grundsteuerfreibeträgen für Erstkäufer und Selbstnutzer, die Einführung von Nachrangdarlehen und einer Hypothekenversicherung.

PDF herunterladen
Gutachten
Neue Herausforderungen für die Wohneigentumsbildung
Pekka Sagner / Michael Voigtländer Gutachten 19. Januar 2023

Neue Herausforderungen für die Wohneigentumsbildung

Studie im Auftrag der Deutsche Reihenhaus AG

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Wohnungsbau in Berlin.
Ralph Henger / Michael Voigtländer Gutachten 21. Juni 2024

Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Verbesserte Stimmung trotz schwieriger Lage

Die Sommerbefragung 2024 des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) dokumentiert erneut eine spürbare Stimmungsaufhellung der Immobilienunternehmen. Im Vergleich zum Vorquartal steigt sowohl die Einschätzung der Geschäftslage von 5,0 auf 15,6 als auch die ...

IW

Artikel lesen
Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Michael Voigtländer Gutachten 14. Juni 2024

Mehr Wohnungsmangel durch steigende Bedarfe und sinkende Bautätigkeit

Der Bedarf an neuen Wohnungen und Häusern ist durch die hohe Zuwanderung in den letzten Jahren stark gestiegen. Um die angespannte Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt zu entspannen, müsste die Bautätigkeit insbesondere in den Großräumen der wachsenden ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880