Der technische Fortschritt in der Arbeitswelt sowie Veränderungen von Arbeits-, Kommunikations- und Produktionsprozessen spiegeln sich in der Ausbildungspraxis vieler Unternehmen wider: 30,9 Prozent der Unternehmen können als „Ausbildungsunternehmen 4.0“ bezeichnet werden, weitere 45,6 Prozent sind sogenannte „Second Mover“ (Risius, 2020).
Netzwerk Q 4.0 Studie 3/2021: Alles im (digitalen Wandel) – Chancen und Herausforderungen der Ausbildung 4.0
Gutachten im Rahmen des Projektes NETZWERK Q 4.0 gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Der technische Fortschritt in der Arbeitswelt sowie Veränderungen von Arbeits-, Kommunikations- und Produktionsprozessen spiegeln sich in der Ausbildungspraxis vieler Unternehmen wider: 30,9 Prozent der Unternehmen können als „Ausbildungsunternehmen 4.0“ bezeichnet werden, weitere 45,6 Prozent sind sogenannte „Second Mover“ (Risius, 2020).
In 23,4 Prozent der Unternehmen jedoch hat die Digitalisierung bislang kaum Einkehr halten können: Es fehlt nicht nur an digitalen Lernmedien und der Vermittlung digitaler Kompetenzen, sondern auch an Weiterbildungen der Ausbilderinnen und Ausbilder sowie einer Strategie zur Digitalisierung der Ausbildung (ebd.). All dies ist für die digitale Arbeitswelt jedoch von großer Bedeutung.
Eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung der beruflichen Ausbildung kommt dem Berufsbildungspersonal zu. Die Aufgaben, vor denen viele Lehrkräfte, Ausbilder innen und Ausbilder in diesem Kontext stehen, sind vielfältig. Der Einsatz digitaler Lernmedien ist an der Tagesordnung (Studie 1; Euler/Wilbers, 2020). Digitale Kompetenzen, wozu neben technischen Kenntnissen auch Abstraktionsvermögen und ein Verständnis komplexer Geschäfts- und Arbeitsprozesse zählen, werden lernortübergreifend vermittelt (Risius, 2021). Berufsschullehrkräften, Ausbilderinnen und Ausbildern zufolge besitzt die Digitalisierung der Ausbildung in Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben einen hohen Stellenwert. Die Mehrheit des Berufsbildungspersonals setzt sich intensiv mit der Thematik auseinander (ebd.).
Ein Selbstläufer ist der digitale Wandel in der Ausbildung jedoch nicht. Vielmehr geht er mit fachlichen, methodischen und infrastrukturellen Herausforderungen einher. Diese Herausforderungen können beispielsweise die Verfügbarkeit technischer Ausstattung betreffen (Schmid et al., 2016), sich aber auch auf den Einsatz digitaler Lernmedien beziehen (Härtel et al., 2017). Zudem benötigen viele Ausbilderinnen, Ausbilder und Berufsschullehrkräfte Weiterbildung, um digitale Kompetenzen vermitteln zu können (Windelband, 2014; Janssen / Leber, 2020; Seyda et al., 2019). Darüber hinaus spricht das Berufsbildungspersonal der Lernortkooperation im digitalen Wandel eine besondere Relevanz zu. So sind 63,1 Prozent der Berufsschullehrkräfte und 78,1 Prozent der Ausbilderinnen und Ausbilder der Meinung, die Einführung neuer digitaler Lerninhalte in der Ausbildung erfordere eine engere Abstimmung zwischen den Lernorten (Studie 2).
Die vorliegende Studie leistet einen Beitrag dazu, die Herausforderungen des Berufsbildungspersonals im Zuge der Digitalisierung zu identifizieren. Anhand nicht-repräsentativer Befragungsdaten wird analysiert, welche Veränderungen Lehrkräfte an Berufsschulen einerseits und Ausbilderinnen und Ausbilder in Betrieben andererseits feststellen. Darüber hinaus wird dargelegt, wie sich auf Grundlage dieser Veränderungen die Tätigkeiten des Berufsbildungspersonals verändert haben und welche Herausforderungen daraus erwachsen. Dazu zählen etwa die gestiegene zeitliche Belastung, die Unsicherheit im Umgang mit digitalen Medien oder der Vermittlung teilweise neuer oder unbekannter Inhalte, sowie die Notwendigkeit individueller Fördermaßnahmen.
Diese Studie ist der dritte Teil einer vierteiligen Reihe. Der erste Teil widmet sich der Digitalisierung der beruflichen Ausbildung im Allgemeinen und beleuchtet Kompetenzvermittlung, Medieneinsatz und digitale Infrastruktur. Im zweiten Teil wird die Lernortkooperation vor dem Vorzeichen der Digitalisierung betrachtet und eine Zuordnung der Befragten zu einem der drei Kooperationstypen nach Buschfeld und Euler (1994) vorgenommen. Der vierte Teil schließt die Reihe ab, indem er Weiterbildungs- und Unterstützungsbedarfe identifiziert.
Netzwerk Q 4.0 Studie 3/2021: Alles im (digitalen Wandel) – Chancen und Herausforderungen der Ausbildung 4.0
Gutachten im Rahmen des Projektes NETZWERK Q 4.0 gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
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