1. Home
  2. Studien
  3. Begründung einer steuerlichen Förderung unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Oliver Koppel Gutachten 7. September 2015 Begründung einer steuerlichen Förderung unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
PDF herunterladen
Gutachten
Begründung einer steuerlichen Förderung unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Oliver Koppel Gutachten 7. September 2015

Begründung einer steuerlichen Förderung unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Kurzgutachten für die Landesvereinigung der Unternehmensverbände unternehmer nrw

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

In Folge von Marktunvollkommenheiten im Kontext von FuE existieren sehr gute Gründe, die Unternehmen in puncto Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zu unterstützen. Gleichwohl hat sich der deutsche Staat über die Jahre immer weiter aus der Finanzierung unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungsaktivität zurückgezogen. So ist der Finanzierungsanteil des Staates an den FuE-Aufwendungen der Wirtschaft von 16,8 Prozent im Jahr 1981 auf zuletzt nur noch 4,4 Prozent gesunken. Allein damit Deutschland in Zukunft zumindest den Durchschnittswert der EU-28-Staaten (6,8 Prozent) erreicht, werden jedes Jahr zusätzliche Fördermittel in Milliardenhöhe benötigt.

Steuerliche FuE-Anreize wären ein Weg, um dieses – objektiv betrachtet wenig ambitionierte Ziel – zu erreichen. Deutschland gehört zu den wenigen Industrieländern weltweit, welche die Forschungsleistung ihrer Unternehmen nicht über Steueranreize fördern. Von den 34 OECD-Ländern fördern aktuell bereits ihre forschenden Unternehmen durch Steuererleichterungen, während FuE-Aufwendungen hierzulande sogar steuerlich ungünstiger wirken als andere betriebliche Aufwendungen. Doch die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung lässt in Deutschland immer noch auf sich warten, obwohl sie wiederholt in den diversen Koalitionsverträgen der jüngeren Vergangenheit vereinbart wurde. Das kann sich im internationalen Wettbewerb als Nachteil erweisen. Es wird höchste Zeit, dass die Politik ihr diesbezügliches Vorhaben umsetzt, denn diese Förderung wäre gleichfalls ein geeignetes Mittel, damit Deutschland für Unternehmen der Spitzentechnologien attraktiv bleibt.

Schon lange sind sich Wirtschaft und Politik einig, dass Deutschland mehr für Forschung und Entwicklung im Wirtschaftssektor tun muss und endlich eine steuerliche FuE-Förderung ergänzend zum System der direkten Projektförderung einführen sollte. Unisono unterstreicht der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten: „Steuerliche Anreize für Forschung und Entwicklung durch Unternehmen sollten auf der Agenda der Bundesregierung mit hoher Priorität bleiben.“ Auch die Expertenkommission für Forschung und Innovation, das hochrangigste Beratungsgremium der Bundesregierung in puncto Forschungs- und Innovationspolitik, „bedauert [.], dass die Bundesregierung nicht vorsieht, die Rahmenbedingungen bei der Innovationsfinanzierung durch die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung zu verbessern.“ Umso unverständlicher ist daher, dass die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung in der großen Koalition auch in dieser Legislaturperiode wieder auf Eis gelegt wurde.

PDF herunterladen
Gutachten
Begründung einer steuerlichen Förderung unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Oliver Koppel Gutachten 7. September 2015

Oliver Koppel: Begründung einer steuerlichen Förderung unternehmerischer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Kurzgutachten für die Landesvereinigung der Unternehmensverbände unternehmer nrw

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Team verschiedener Ingenieure mit Laptop und Tablet zur Analyse des Elektrofahrzeugmotors im Forschungslabor. Modernes Technologiekonzept für nachhaltige Energie und Emissionsreduzierung.
Enno Kohlisch / Oliver Koppel / Thomas Puls IW-Trends Nr. 4 13. November 2023

Transformation der Automobilindustrie: Deutschlands Investitionsperformance im internationalen Vergleich

Die Automobilindustrie befindet sich in einem umfassenden Technologiewandel, der die etablierten Wertschöpfungsketten infrage stellt. Den laufenden Wandel mit heimischer Forschung mitzugestalten, ist daher für die Automobilstandorte von großer Bedeutung.

IW

Artikel lesen
Maike Haag / Enno Kohlisch / Oliver Koppel IW-Report Nr. 53 19. Oktober 2023

China auf dem Weg zur führenden Technologienation

China ist aus eigener Forschungskraft („Make“) auf dem Weg in die Weltspitze der technologischen Innovatoren und bereits heute einer der wichtigsten Konkurrenten für Deutschland. In einzelnen Technologiebereichen (z.B. Kfz) besteht sogar die akute Gefahr eines ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880