Die kurzfristigen Perspektiven für die deutsche Wirtschaft waren in den vergangenen Wochen erneut von erheblichen Verunsicherungen und Risiken geprägt. Mit dem Krieg im Nahen Osten sieht sich die gesamte Weltwirtschaft mit zusätzlichen Gefahren konfrontiert.
IW-Konjunkturumfrage Frühjahr 2026: Erholung erneut auf dem Prüfstand
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die kurzfristigen Perspektiven für die deutsche Wirtschaft waren in den vergangenen Wochen erneut von erheblichen Verunsicherungen und Risiken geprägt. Mit dem Krieg im Nahen Osten sieht sich die gesamte Weltwirtschaft mit zusätzlichen Gefahren konfrontiert.
Neben den Energieproblemen im Gefolge des Krieges in der Ukraine bestehen erneute Versorgungsrisiken kombiniert mit Energiepreiseffekten auf der Erzeuger- und Konsumebene. Zusätzlich entstehen Sorgen hinsichtlich der industriellen Lieferketten und der eigenen Produktionsfähigkeiten. Die nicht überwundene wirtschaftliche Krise in Deutschland zeigt sich nach wie vor in der insgesamt schlechten Geschäftslage der deutschen Unternehmen. Der Saldo aus positiven und negativen Lagebewertungen auf Basis der IW-Konjunkturumfrage vom März 2026 ist weiterhin deutlich im negativen Bereich. Nur gut 14 Prozent der Unternehmen sprechen von einer besseren Geschäftssituation als vor einem Jahr, knapp 43 Prozent von einer Verschlechterung. In der Industrie, der privaten Dienstleistungswirtschaft und in der Bauwirtschaft wird die aktuelle Lage unterm Strich negativ bewertet. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen für das Jahr 2026 haben sich zuletzt wieder deutlich verschlechtert: Nur 21 Prozent der befragten Firmen rechnen 2026 mit einer höheren Produktion als im Vorjahr, dagegen haben 35 Prozent schlechtere Produktionserwartungen. Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft in der längsten Phase negativer Unternehmenserwartungen seit 20 Jahren und es ist auch weiterhin kein echter Stimmungsumschwung in den deutschen Unternehmen und eine Konjunkturwende mit einer ausgeprägten Aufschwungsqualität zu erkennen. Die hohen Anpassungslasten in der deutschen Industrie durch Transformation und geo-politische Hemmnisse belasten weiterhin das Investitionsklima. Der Anteil der Industriebetriebe, die 2026 mit niedrigeren Investitionen planen, ist mit 42 Prozent nach wie vor rund doppelt so hoch wie der Anteil mit höheren Investitionen (19 Prozent). Die Erwartungswerte der privatwirtschaftlichen Dienstleister liegen auf ähnlichem Niveau und bringen die gesamte Investitionsschwäche in Deutschland klar zum Ausdruck. Über alle Branchen hinweg rechnen 21 Prozent mit höheren und 39 Prozent mit niedrigeren Investitionsbudgets im Jahr 2026. Bei den Beschäftigungserwartungen liefern alle drei großen Wirtschaftsbereiche keinen positiven Befund. Der Rückgang in der Industrie wird sich fortsetzen: 37 Prozent planen mit weniger und nur 14 Prozent der Industriefirmen mit mehr Personal. Bei den privaten Dienstleistern gehen 22 Prozent von mehr Personal, jedoch 28 Prozent von weniger Beschäftigten aus. Am weitesten ausgeglichen sind die Beschäftigungspläne in der Bauwirtschaft, wo 22 Prozent von mehr, allerdings 26 Prozent von weniger Mitarbeitern ausgehen.
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