1. Home
  2. Studien
  3. Die Steuerlastverteilung der Einkommensteuer und des Soli von 1998 bis 2021: Zahlen Spitzenverdiener weniger Einkommensteuern als früher?
Martin Beznoska / Tobias Hentze Gutachten 10. Mai 2021 Die Steuerlastverteilung der Einkommensteuer und des Soli von 1998 bis 2021: Zahlen Spitzenverdiener weniger Einkommensteuern als früher?

In den politischen Debatten um Steuererleichterungen oder die Abschaffung des Solidaritätszuschlags (Soli) taucht immer wieder das Argument auf, dass höhere Einkommen durch die rot-grüne Einkommensteuerreform zwischen den Jahren 2000 und 2005 entlastet worden wären und davon bis heute profitieren würden. Damals wurde der Spitzensteuersatz von 53 Prozent auf 42 Prozent gesenkt und ein Reichensteuersatz von 45 Prozent für sehr hohe Einkommen eingeführt.

PDF herunterladen
Zahlen Spitzenverdiener weniger Einkommensteuern als früher?
Martin Beznoska / Tobias Hentze Gutachten 10. Mai 2021

Die Steuerlastverteilung der Einkommensteuer und des Soli von 1998 bis 2021: Zahlen Spitzenverdiener weniger Einkommensteuern als früher?

Gutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

PDF herunterladen Zitieren

Kopieren Sie die Informationen:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Institut der deutschen Wirtschaft Institut der deutschen Wirtschaft

In den politischen Debatten um Steuererleichterungen oder die Abschaffung des Solidaritätszuschlags (Soli) taucht immer wieder das Argument auf, dass höhere Einkommen durch die rot-grüne Einkommensteuerreform zwischen den Jahren 2000 und 2005 entlastet worden wären und davon bis heute profitieren würden. Damals wurde der Spitzensteuersatz von 53 Prozent auf 42 Prozent gesenkt und ein Reichensteuersatz von 45 Prozent für sehr hohe Einkommen eingeführt.

Die Analyse mit einer zeitlich konsistenten Datenbasis zur Einkommensverteilung im Zeitraum von 1998 bis 2021 zeigt eher das Gegenteil. Zwar sank die durchschnittliche Steuerbelastung der Bruttoeinkommen durch Einkommensteuer und Soli für die oberen 10 Prozent und die oberen 1 Prozent der Einkommensverteilung unmittelbar nach der Reform Anfang des Jahrtausends. In der Phase wirtschaftlichen Aufschwungs zwischen 2014 und 2019 führten jedoch ausbleibende Anpassungen des Einkommensteuertarifs sowie vieler Freibeträge an die Realeinkommensentwicklungen dazu, dass im Jahr 2019 die Steuerbelastung der Bruttoeinkommen aller Einkommensgruppen – auch die der oberen 1 Prozent – höher lag als im Jahr 1998.

Beim Anteil am Steueraufkommen lagen die jeweils oberen 10 Prozent trotz der Senkung der Spitzensteuersätze im betrachteten Zeitraum immer über dem Wert des Jahres 1998 – im Jahr 2019 betrug der Anteil 51 Prozent. Die oberen 1 Prozent lagen immer leicht unter dem Ausgangswert 1998, werden diesen aber voraussichtlich durch die Auswirkungen der Corona-Krise wieder überschreiten. Im Jahr 2019 lag der Aufkommensanteil der oberen 1 Prozent bei knapp 21 Prozent.

Auch die Gruppe der unternehmerisch Tätigen und Selbstständigen wies im Jahr 2019 eine deutlich höhere Steuerbelastung als 1998 auf. Trotz der Einkommensrückgänge im Zuge der Corona-Krise bleibt dieses Ergebnis erhalten.

Die Verteilungsanalyse mit den verschiedenen Datenquellen zeigt zudem, dass der reine Blick auf die Lohn- und Einkommensteuerstatistik die Beiträge zum Aufkommen der oberen Einkommensgruppen etwas überschätzt, da die Grundgesamtheit der Steuerpflichtigen nicht deckungsgleich mit der Gesamtbevölkerung ist. Auch der zeitliche Vergleich ist nur eingeschränkt möglich, da die Gruppe der Steuerpflichtigen in den Daten mit den Jahren gewachsen ist.

PDF herunterladen
Zahlen Spitzenverdiener weniger Einkommensteuern als früher?
Martin Beznoska / Tobias Hentze Gutachten 10. Mai 2021

Die Steuerlastverteilung der Einkommensteuer und des Soli von 1998 bis 2021

Gutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

PDF herunterladen Zitieren

Kopieren Sie die Informationen:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Institut der deutschen Wirtschaft Institut der deutschen Wirtschaft

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Die Europäische Zentralbank in Frankfurt. Bei der nächsten Zinssatzentscheidung muss sie die Zinswende beschließen. (Foto: GettyImages)
Markus Demary IW-Nachricht 9. Mai 2022

Inflation: Negativzinsen sind nicht mehr zu verantworten

Die Geldpolitik bescherte Unternehmen, Haushalten und Staaten über Jahre günstige Zinsen. Negativzinsen sind mit einer Inflationsrate von über sieben Prozent nicht mehr zu vereinbaren. Die Europäische Zentralbank muss bei der nächsten Zinssatzentscheidung am ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast Audio 6. Mai 2022

Inflationsprognose: Das Zins-Dilemma der EZB

„Eigentlich müsste sich die Inflation in Richtung vier Prozent normalisieren. Im nächsten Jahr liegt meine Erwartung bei drei Prozent”, sagt IW-Direktor Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast „Economic Challenges” mit HRI-Präsident Bert Rürup.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880