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Markus Demary / Michael Hüther im Wirtschaftsdienst Externe Veröffentlichung 23. November 2020 Corona-Pandemie und die Stabilität des Bankensystems: Ursachen in der Realwirtschaft kurieren

Dass die Corona-Pandemie die Bilanzqualität von Banken und Finanzintermediären verschlechtern könnte, wurde zwar schon befürchtet, jedoch stand die Bankenstabilisierung bisher nicht im Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Maßnahmen, welche die Auswirkungen der Corona-Pandemie überwinden sollen.

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Ursachen in der Realwirtschaft kurieren
Markus Demary / Michael Hüther im Wirtschaftsdienst Externe Veröffentlichung 23. November 2020

Corona-Pandemie und die Stabilität des Bankensystems: Ursachen in der Realwirtschaft kurieren

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Dass die Corona-Pandemie die Bilanzqualität von Banken und Finanzintermediären verschlechtern könnte, wurde zwar schon befürchtet, jedoch stand die Bankenstabilisierung bisher nicht im Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Maßnahmen, welche die Auswirkungen der Corona-Pandemie überwinden sollen.

Vielmehr hatte sich der Lockdown auf mehrere Branchen der Realwirtschaft ausgewirkt. Besonders betroffen waren bisher der stationäre Einzelhandel, die Tourismusbranche, das Gastgewerbe, aber auch die Industrie. Die Automobilbranche hatte sogar vorübergehend die Produktion vollständig stillgelegt. Inwieweit könnte die Corona-Pandemie nun den Bankensektor destabilisieren?

Nachdem sich die Lieferketten weitestgehend wiederhergestellt haben, trifft der Corona-Schock die Wirtschaft über eine plötzliche Zunahme der Ersparnis der Haushalte durch deren Konsumzurückhaltung bei Gütern und Dienstleistungen, die mit sozialem Kontakt verbunden sind. Infolgedessen erleiden Unternehmen Umsatzverluste und müssen zur Deckung ihrer laufenden Kosten kurzfristige Kredite aufnehmen, wodurch sich ihre Bilanzqualität verschlechtert. Zwar ergeben sich aus den Corona-Hilfskrediten, da diese durch den Staat besichert sind, keine direkten Ausfallrisiken für die Banken. Doch sind durch die gestiegene Verschuldung Ausfälle bei den Altkrediten zu befürchten. So weist die Bundesbank in ihrem Finanzstabilitätsbericht von 2019 darauf hin, dass der lange Aufschwung dazu geführt hat, Kredite unter lockeren Konditionen zu vergeben und in diesen Zeiten weniger Risikovorsorge zu betreiben (Deutsche Bundesbank, 2019a). Für die Kalibrierung der Risikomodelle werden in der Regel Daten aus den letzten zehn Jahren verwendet. Eine Krise dieses Ausmaßes konnte nicht in die Kalibrierung der Risikomodelle eingehen, wodurch Kreditrisiken unterschätzt wurden. Geraten die Unternehmen nun durch den Corona-Schock in Schieflage, kann es zu Kreditausfällen in den Altbeständen, besonders bei den längerfristig vergebenen Krediten kommen. Das ist umso wahrscheinlicher, je mehr die laxeren Kreditbedingungen ohnehin schon fragwürdig gewordene Geschäftsmodelle stabilisierten, die unter Corona-Bedingungen aber kollabieren mussten.

Eine zusätzliche Bankenkrise würde den Aufschwung nach Corona deutlich bremsen. Schularick et al. (2020) schlagen aus diesem Grund eine vorsorgliche Rekapitalisierung der Großbanken in der Eurozone über den European Stability Mechanism (ESM) vor. Wie hoch das Risiko einer Bankenkrise hierzulande ist, wird nachfolgend für alle drei Säulen des deutschen Bankensystems analysiert. Denn es ist zu beachten, dass die Banken aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausrichtung auch von unterschiedlichen Risiken der Corona-Krise betroffen sind: Unternehmensinsolvenzen in besonders von Corona betroffenen Branchen, Kreditausfälle in der Schiff- und Flugzeugfinanzierung sowie Verwerfungen auf den Märkten für Staatsanleihen.

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