1. Home
  2. Studien
  3. Pharmaindustrie in Deutschland
IW-Report Nr. 15 7. Juni 2016 Jasmina Kirchhoff Pharmaindustrie in Deutschland

In der Gesamtschau der Indikatoren verzeichnete die Pharmaindustrie im Jahr 2015 zwar ein positives Gesamtergebnis, zeigte aber im Vergleich zum Vorjahr ein schwächeres Wachstum.

PDF herunterladen
Pharmaindustrie in Deutschland
IW-Report Nr. 15 7. Juni 2016 Jasmina Kirchhoff

Pharmaindustrie in Deutschland

IW-Report

Jasmina Kirchhoff Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

In der Gesamtschau der Indikatoren verzeichnete die Pharmaindustrie im Jahr 2015 zwar ein positives Gesamtergebnis, zeigte aber im Vergleich zum Vorjahr ein schwächeres Wachstum.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im Jahr 2015 günstig: Das niedrige Zinsniveau, die Euroschwäche und die niedrigen Rohstoffpreise beeinflussten den gesamten industriellen Sektor Deutschlands positiv – und damit auch die Pharmabranche. Die Entwicklung der Exporte und der Auftragseingänge zeigte, dass die anhaltende Euroschwäche die Ausfuhren in die Nicht-EWU-Länder weiterhin stützt. Dagegen erlebte der Handel mit der Eurozone in der zweiten Jahreshälfte einen Einbruch, welcher aber bereits zum Jahresende erste Erholungstendenzen zeigt.

Doch daneben stand die Pharmaindustrie weiterhin herausfordernden regulatorischen Rahmenbedingungen gegenüber, wie beispielsweise dem verlängerten Preismoratorium und den wachsenden Ansprüchen an den nachweisbaren Zusatznutzen, welche die stimulierenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ihrer positiven Wirkung abschwächten. Ziel der Gesundheitspolitik ist es, die Ausgaben für Arzneimittel zu begrenzen. Als Ergebnis sinken die Erzeugerpreise für pharmazeutische Erzeugnisse tendenziell seit einigen Jahren – dies wird in der Entwicklung des Inlandsumsatzes seit 2009 deutlich, welche bis zum Jahr 2013 hinter der Steigerung des Auslandsumsatzes zurückblieb. In der Gesamtschau der Indikatoren verzeichnete die Pharmaindustrie im Jahr 2015 zwar ein positives Gesamtergebnis, zeigte aber im Vergleich zum Vorjahr ein schwächeres Wachstum.

Auch im laufenden Jahr dürfte die Pharmaindustrie weiterhin von den positiven Fundamentaltrends, wie dem demografischen Wandel und der positiven Wohlstandentwicklung, profitieren. Ebenfalls einen positiven Effekt wird die steigende Nachfrage nach Medikamenten durch die notwendige medizinische Versorgung sowie Vorsorgeleistungen für die ankommenden Flüchtlinge haben. Die letzten Monate des Jahres 2015 waren durch ein eher schwaches Auslandsgeschäft geprägt. Für die kommenden zwei Jahre erwartet das IW Köln in seiner gesamtwirtschaftlichen Prognose eine weitere Stabilisierung der großen Industrieländer sowie eine moderate Erholung im Euroraum (IW-Forschungsgruppe Konjunktur, 2016). Die Europäische Zentralbank (EZB) prognostiziert ebenfalls eine Erholung der Absatzmärkte außerhalb des Euroraums und ein etwas stärkeres Wirtschaftswachstum im Euroraum (Deutsche Bundesbank, 2015). Wirkt sich diese prognostizierte Erholung auch auf den Absatz der Pharmaindustrie aus, könnte die Branche im nächsten Jahr ihre Absatzschwäche vor allem in den Euromitgliedsstaaten überwinden. Da allerdings sowohl die Herausforderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen als auch der Preisdruck aus der Generika- und Biotechbranche bestehen bleiben, ist davon auszugehen, dass sich die konjunkturelle Entwicklung der Pharmaindustrie im Jahr 2016 trotz des guten Starts maximal auf dem Niveau der letzten zwei Jahre bewegt.

PDF herunterladen
Pharmaindustrie in Deutschland
IW-Report Nr. 15 7. Juni 2016 Jasmina Kirchhoff

Jasmina Kirchhoff: Pharmaindustrie in Deutschland – Positive Entwicklung in 2015

IW-Report

Jasmina Kirchhoff Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Fünf Hebel für mehr Produktivität
Stiftung Familienunternehmen 17. August 2026 Henry Goecke et al.

Fünf Hebel für mehr Produktivität

Wie lässt sich die stagnierende Produktivität wieder in Fahrt bringen? Die Kurzstudie „Fünf Produktivitätshebel für Deutschland" im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen analysiert fünf zentrale Handlungsfelder (Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Innovation, Bürokratieabbau und öffentliche Investitionen) und quantifiziert deren Wirkung auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Grundlage sind internationale ökonometrische Studien sowie Benchmarkvergleiche. Die Ergebnisse machen deutlich: Die Potenziale sind greifbar, es fehlt jedoch an konsequenter Umsetzung.

Henry Goecke / Michael Grömling / Christian Kestermann / Marco Trenz IW

Artikel lesen
Gutachten 14. August 2026 Alexander Burstedde / Valeria Quispe / Fritz Orange

IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2026

Der IHK Arbeitsmarktradar zeichnet ein detailliertes Bild des bayerischen Arbeitsmarktes für das Jahr 2029. Dafür werden die Trends der Jahre 2018 bis 2024 fortgeschrieben.

Alexander Burstedde / Valeria Quispe / Fritz Orange IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880