Dabei wird der Aufwand steuerlich jedoch unzureichend berücksichtigt. Vielmehr liegt die Belastung für die Unternehmen durch die Besteuerung fiktiver Gewinne bei schätzungsweise 20 bis 25 Milliarden Euro. So wird den Unternehmen Liquidität entzogen, die nicht für Investitionen zur Verfügung steht. Eine Absenkung des steuerrechtlichen Zinssatzes kann dem entgegenwirken.

Wirtschaftspolitische Optionen

  • Vor diesem Hintergrund ist der Politik zu empfehlen, über zwei Handlungsoptionen nachzudenken:Zum einen ist ein erweiterter Zeitraum zur Ermittlung des handelsrechtlichen Zinssatzes auf 15 bis 20 Jahre angemessen (Höfer et al., 2015). Alternativ ist ein Korridor denkbar, innerhalb dessen sich der Rechnungszins bewegen kann. Dadurch würden Extremsituationen abgefedert werden.
  • Zum anderen spricht die große Diskrepanz zwischen Handels- und Steuerrecht für eine Absenkung des steuerrechtlichen Zinssatzes (Deutsche Bundesbank, 2015a). So könnten die negativen Auswirkungen für Unternehmen und Volkswirtschaft gemindert oder sogar verhindert und eine Besteuerung nach Leistungsfähigkeit sichergestellt werden. Den kurzfristigen Steuerausfällen aufseiten des Staates steht unmittelbar eine verbesserte Liquidität der Unternehmen gegenüber. Dadurch können Investitionen angestoßen werden, von denen auch die Einnahmen der öffentlichen Hand im Erfolgsfall profitieren.