Da die Bevölkerungszahlen bislang noch gefehlt hatten, lassen sich erst jetzt Aussagen zur Entwicklung der Betreuungssituation unter Dreijähriger treffen, obschon die Zahlen zu Kindern unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und/oder staatlich geförderter Kindertagespflege bereits seit März 2017 vorliegen (Statistisches Bundesamt, 2017a). Setzt man diese ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Kinder am 31.12.2016 (Statistisches Bundesamt, 2018a), ergibt sich für Deutschland eine Betreuungsquote von 33,2 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, als der Wert bei 32,7 Prozent lag (Geis, 2017). Dabei sind Kinder, die eine Betreuungseinrichtung und eine Tagespflege besuchen, doppelt gezählt, was allerdings nur auf eine sehr kleine Zahl von unter 2.000 zutreffen dürfte (Statistisches Bundesamt, 2017b). Obschon die Zahl der unter Dreijährigen in Betreuung zwischen 2016 und 2017 um rund 42.000 oder 5,9 Prozent von 721.000 auf 764.000 gestiegen ist, hat sich die Betreuungssituation in Deutschland letztlich vor dem Hintergrund der deutlich höheren Kinderzahl also kaum verändert.

Differenziert man nach Altersjahren, findet sich bei den Ein- bis Zweijährigen eine Betreuungsquote von 36,6 Prozent und bei den Zwei- bis Dreijährigen eine Quote von 62,0 Prozent. Insbesondere im Laufe des dritten Lebensjahres beginnen also viele mit der Betreuung. Hingegen ist eine Betreuung von unter Einjährigen mit einem Anteil von 2,2 Prozent nach wie vor sehr selten. Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, findet sich mit 57,0 Prozent die höchste Betreuungsquote für unter Dreijährige in Sachsen-Anhalt und mit 26,3 Prozent die niedrigste Betreuungsquote in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt ist das Ost-Westgefälle mit 51,3 Prozent in Ostdeutschland (inklusive Berlin) gegenüber 28,8 Prozent in Westdeutschland nach wie vor sehr groß.