Kritik am Fleischverzehr

Schnitzel, Gulasch oder Braten - Fleisch ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Ernährung in Deutschland. Jeder Bundesbürger verspeiste 2018 im Schnitt 60 kg Fleisch (BLE, 2019). Fleisch und Fleischprodukte machten im Jahr 2018 knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes der Ernährungsindustrie aus (BVE, 2019).

Eine fleischfreie bzw. fleischarme Ernährung wird jedoch vor verschiedenen Hintergründen zunehmend populärer. Zum einen gilt sie als klimaschonend. Denn die Fleischerzeugung verbraucht große Flächen für die Futtermittelproduktion. Allein in Deutschland wird etwa 60 Prozent des angebauten Getreides als Futtermittel verwendet (UBA, 2018). Insgesamt werden bei der Produktion von Fleisch deutlich mehr Treibhausgas-Emissionen erzeugt und andere Ressourcen verbraucht als bei der Produktion von vegetarischen Nahrungsmitteln. Beispielsweise werden für die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch etwa zehn Mal mehr klimaschädliche Gase freigesetzt als bei der Produktion eines Kilogramms Mischbrot (UBA, 2015). Neben diesen Argumenten werden auch moralische Fragen wie die Haltungsbedingungen in der Viehzucht und gesundheitliche Aspekte, z.B. durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika, diskutiert.

Angesichts der zunehmenden Kritik an übermäßigem Fleischkonsum ist es nicht verwunderlich, dass Fleischersatzprodukte, die Fleisch in Geschmack und Konsistenz ähneln, beliebter werden. Der Weltmarkt für diese Produkte boomt und gilt als Zukunftsträger. Das zeigt sich auch an privaten Investitionen und sogar Börsengängen von Erzeugern dieser Produkte. Die GfK schätzte den deutschen Markt für Fleischersatzprodukte im Jahr 2018 auf über 140 Millionen Euro (LZ, 2019).

Vegetarismus noch selten

In Deutschland ernähren sich zwischen sechs und neun Prozent vegetarisch und ein Prozent vegan (BMEL, 2019; IfD Allensbach, 2019). Aufschluss über den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fleisch und Fleischersatzprodukten liefert die neueste Umweltbewusstseinsstudie, für die im Jahr 2018 gut 2000 Personen ab 14 Jahren repräsentativ befragt wurden (BMUB/UBA, 2019).

Eine eigene Auswertung unterteilt die befragten Personen in verschiedene Fleischkonsumtypen. Vegetarier stellen mit fünf Prozent eine deutliche Minderheit dar. Sie geben an, in der letzten Zeit nie Fleisch zu den Hauptmahlzeiten gegessen zu haben. Etwa ein Fünftel isst einmal pro Woche oder seltener Fleisch und kann somit zu den Flexitariern gezählt werden. Die übrigen drei Viertel der Bevölkerung teilen sich auf in 40 Prozent gelegentliche Fleischesser (2 bis 3 Mal pro Woche) und 35 Prozent, die in letzter Zeit mindestens 4 Mal pro Woche Fleisch zu den Hauptmahlzeiten gegessen haben.

Fast ein Viertel der Befragten gaben an, dass sie bereits einmal Fleischersatzprodukte gekauft haben. Der überwiegende Anteil derjenigen, die probiert haben, würde auch erneut zu den Produkten greifen. Die restlichen drei Viertel der Bevölkerung, die die Produkte noch nicht probiert haben, zeigen sich eher skeptisch: Nur etwa jeder Zehnte könnten sich vorstellen, die Alternativprodukte überhaupt zu probieren (BMUB/UBA, 2019). Daher stellt sich die Frage, welcher Konsumtyp Interesse an den Fleischersatzprodukten hat.