Die Bildungschancen der Kinder werden in erheblichem Maße von den Eltern mitbestimmt. In vielen Ländern haben vor allem Eltern mit akademischem Bildungshintergrund in den letzten Jahren ihre materiellen und immateriellen Investitionen erhöht, um ihren Kindern gute Startmöglichkeiten zu verschaffen. Um die daraus resultierenden ungleichen Startchancen anzugleichen, kommt der frühkindlichen Förderung und der Schulbildung eine hohe Bedeutung zu. In diesen Bereichen sind jedoch weitere qualitative und quantitative Verbesserungen vorzunehmen, um die Bildungschancen aller Kinder deutlich zu erhöhen. Eine aktuelle Herausforderung hat ebenfalls starke Auswirkungen auf die Bildungsgerechtigkeit: die Corona-Krise. Wenn uneingeschränkter Präsenzunterricht an den Schulen und eine Förderung der Kinder in den Tageseinrichtungen nicht möglich ist, dann gewinnen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Eltern, ihre Kinder zu unterstützen, noch einmal an Bedeutung. Das wiederum könnte die Ungleichheit der Bildungschancen abermals verschärfen.