Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich weiterhin in der Stagnation. Seit dem dritten Quartal 2021 wechseln sich Quartale mit Wachstum und Schrumpfung regelmäßig ab. Eine technische Rezession, definiert als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem realen Bruttoinlandsprodukt (BIP), lässt sich zwar nicht beobachten.
Fakten und Argumente zur Tarifrunde in der Papierverarbeitenden Industrie 2025
Studie im Auftrag des Hauptverbands Papier- und Kunststoffverarbeitung e. V.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich weiterhin in der Stagnation. Seit dem dritten Quartal 2021 wechseln sich Quartale mit Wachstum und Schrumpfung regelmäßig ab. Eine technische Rezession, definiert als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem realen Bruttoinlandsprodukt (BIP), lässt sich zwar nicht beobachten.
Auf Jahresbasis Jahr ist die deutsche Volkswirtschaft aber im Jahr 2023 um 0,3 Prozent geschrumpft. Für 2024 erwartet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Herbstgutachten vom November 2024 ein Minus von 0,1 Prozent. Bezogen auf die letzten fünf Jahre ergibt sich laut Berechnungen des Sachverständigenrats insgesamt nur ein reales Wachstum von 0,1 Prozent.
Für 2025 erwartet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein reales Wachstum von 0,4 Prozent. Bei den Verbraucherpreisen geht der Rat von einem Anstieg von 2,1 Prozent aus. Der Rat stellt in seinem Jahresgutachten vom Herbst 2024 fest, dass Produktion und Wertschöpfung im deutschen Verarbeitenden Gewerbe im Jahr 2025 zurückgehen werden. Gleichzeitig wird ein moderates Wachstum von Weltwirtschaft und globaler Industrieproduktion erwartet, von dem Deutschland wenig profitieren werde. Die schon jetzt beobachtbare Abkopplung des deutschen Industriesektors von der Weltwirtschaft deutet nach Ansicht der Sachverständigen darauf hin, dass die deutsche Schwäche nicht nur konjunkturell bedingt ist, sondern auch strukturelle Ursachen hat.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet für das Gesamtjahr 2024 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent. Hinter dieser leichten Schrumpfung steht eine Stabilität im Dienstleistungssektor – hier kommen die Impulse vorwiegend aus dem öffentlichen Sektor – einer fortgesetzten Rezession im Industrie- und Baubereich gegenüber.
Im Jahr 2025 sind binnenwirtschaftlich wenig Impulse zu erwarten, weil sich Konsumenten und Investoren aufgrund hoher Verunsicherungen im Vorsichtsmodus halten. Auch außenwirtschaftlich sind nur wenig neue Impulse zu erwarten. Der Welthandel wird aufgrund einer Fragmentierung der Weltwirtschaft, geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten gebremst. Entsprechend geht das IW nur von einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent aus.
Auch aus der IW-Verbandsumfrage zum Jahreswechsel 2024/2025 lässt sich ableiten, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 nicht von der Stelle kommen wird. In der Umfrage bewerten 31 von insgesamt 49 teilnehmenden Verbänden aus der Wirtschaft die aktuelle Lage schlechter als vor einem Jahr. Als Gründe werden hohe Kosten für Energie, Arbeit und Material, eine überbordende Bürokratie, schlechtere Exportaussichten infolge der unsicheren Weltlage und „das politische Chaos“ im eigenen Land angeführt. Entsprechend rechnen 20 von 49 befragten Branchenvertretern 2025 mit einer geringeren Produktion als 2024. Nur 16 der Befragten erwarten einen Anstieg. Unter den Optimisten sind vor allem Unternehmen aus der Energie- und Wasserwirtschaft, der Pharmaindustrie und der Logistik. Zu den Bereichen, die eine geringere Produktion erwarten, gehören vor allem Gießereien, Stahl- und Metallverarbeiter, Kunststoffverarbeiter und die Druckindustrie. Pessimistisch fällt der Ausblick darüber hinaus auch für die Holz- und Papierverarbeitung, die Glasindustrie sowie die Keramische Industrie aus.
Als ein zentrales Problem wird vom IW auf die anhaltende Investitionskrise hingewiesen. Seit Anfang 2020 belaufen sich die Ausfälle bei den Bruttoanlageinvestitionen auf 210 Milliarden Euro. Vier von zehn Unternehmen wollen 2025 weniger investieren. Gleichzeitig können die Industrieunternehmen immer weniger mit den Preisen der ausländischen Konkurrenz mithalten. Während die deutschen Exportpreise seit 2020 um rund 20 Prozent stiegen, legten die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte mit 40 Prozent doppelt so stark zu.
Die anhaltende konjunkturelle Schwäche schlägt sich allmählich auch negativ auf den Arbeitsmarkt nieder. Die Zahl der Erwerbstätigen wird leicht (um 0,1 Prozent) zurückgehen und die Arbeitslosenquote von 6,0 auf 6,2 Prozent ansteigen. Erfreulich ist hingegen die Entwicklung der Inflationsrate. Sie wird nach IW-Schätzungen 2025 bei gut 2 Prozent liegen.
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